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Fußball

Brasilien quält sich zum Sieg

Zwei Remis und ein Sieg - das ist die Bilanz des fünften WM-Spieltages. Brasilien setzte sich gegen Nordkorea durch. Keine Tore gab’s in der Partie Elfenbeinküste – Portugal. Neuseeland holte seinen ersten WM-Punkt.

Der Brasilianer Robinho springt über einen nordkoreanischen Spieler. (AP Photo/Matt Dunham)

Beinahe gestolpert: Brasilien

Aller Anfang ist schwer – das gilt selbst für den Rekordweltmeister. Lauffaul und ideenlos präsentierte sich Brasilien in der ersten Halbzeit seines WM-Auftaktspiels gegen Nordkorea. Bei Temperaturen nur wenige Grad über Null schienen die Südamerikaner in ihren sonst so eleganten Bewegungen wie erstarrt. So gibt es beispielsweise von Superstar Kaká kaum eine nennenswerte Szene zu berichten. Die Nordkoreaner dagegen spielten im Ellis Park in Johannesburg erstaunlich gut mit und hatten sogar einige gute Kontermöglichkeiten.

In der Pause muss der brasilianische Trainer Dunga seinen Spielern einen Satz heiße Ohren verpasst haben. Denn in der zweiten Halbzeit ließ der Titelkandidat zumindest etwas von seinem Potential aufblitzen. Konsequenz: nach zwei wunderschönen Toren von Maicon (55. Minute) und Elano (72. Minute) führte Brasilien mit 2:0. Doch dann schaltete die Mannschaft erneut in den Sparmodus. Der Anschlusstreffer eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit durch Ji Yun-Nam war deshalb durchaus verdient. Nordkorea überraschte bei seiner zweiten WM-Teilnahme nach 1966 positiv. Enttäuschend dagegen der Auftritt der Selecao. "Es ist furchtbar kalt, das macht uns schwer zu schaffen. Wichtig ist, dass wir drei Punkte eingefahren haben, jetzt müssen wir zur Ruhe kommen", meinte Torschütze Maicon.

Nur eine Nullnummer

Portugals Superstar Cristiano Ronaldo (rechts) schirmt den Ball gegen Cheick Tiote von der Elfenbeinküste ab. (AP Photo/Yves Logghe)

Schoss kein Tor: Ronaldo

Mehr erhofft hatten sich die Fußballfans auch vom ersten Spiel der Gruppe G: Zwei offensivstarke Teams, die beide das Halbfinale anstreben und dazu noch jeweils ein Superstar auf beiden Seiten: die beiden Angreifer Didier Drogba und Cristiano Ronaldo. Doch die Partie Elfenbeinküste gegen Portugal spielte sich hauptsächlich im Mittelfeld ab. Beiden Mannschaften war der Druck, nicht verlieren zu dürfen, deutlich anzumerken. Die Konsequenz: ein torloses Unentschieden, insgesamt bereits das sechste bei bisher 13 WM-Partien. Ronaldo, der teuerste Spieler der Welt, wurde von seinen Mannschaftskollegen viel zu selten in Szene gesetzt. So blieb ein Pfostenkracher in der elften Minute seine beste Torchance. Drogba, der derzeit beste afrikanische Spieler, wurde erst in der 66. Minute eingewechselt. Dass der Chelsea-Spieler aber überhaupt spielte, ist schon überraschend. Denn Drogba hatte sich erst am 4. Juni bei einem Testspiel in Bern gegen WM-Teilnehmer Japan den Unterarm gebrochen. Der wuchtige Stürmer, der mit einer Armschiene spielte, brachte bei seinem Kurzeinsatz zwar Schwung in die Partie, war aber im Abschluss zu harmlos.

Die 35.000 Zuschauer im Nelson Mandela Bay Stadium in Port Elizabeth sahen eine temporeiche Partie, doch beide Mannschaften erspielten sich nur wenige gefährliche Torchancen. Während Portugal, derzeit Dritter der FIFA-Weltrangliste, in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft war, dominierte die Elfenbeinküste in den zweiten 45 Minuten das Geschehen. "Wir haben beständig gespielt, nur kein Tor geschossen", erklärte Drogba nach der Partie. "Noch ist nichts verloren", meinte Ronaldo und machte sich Mut: "England und andere hochkarätige Mannschaften sind nach einem Unentschieden zum Auftakt in einer ähnlichen Situation. Jetzt müssen wir gegen Nordkorea unbedingt gewinnen."

Ausgleich in der Nachspielzeit

Neuseelands Reid reisst sich nach seinem Tor zum 1:1 das Trikot vom Leib. Foto: AP

Reid reißt sich das Trikot vom Leib und schert sich nicht um die Gelbe Karte, die er dafür erhält

Mit einem Last-Minute-Treffer hat Winston Reid in der ersten Partie des fünften Spieltages für Neuseelands ersten WM-Punkt gesorgt und der Slowakei das Debüt bei einer Fußball-Weltmeisterschaft verdorben. Der Profi vom dänischen Club FC Midtjylland traf in der dritten Minute der Nachspielzeit zum glücklichen 1:1 (0:0) und bescherte den "Kiwis" den kaum mehr für möglich gehaltenen Punkt. Bei der bislang einzigen WM-Teilnahme 1982 in Spanien hatten die Neuseeländer alle Spiele verloren. Neuseelands Nationaltrainer Ricki Herbert konnte sein Glück kaum fassen: "Es ist großartig. Ich habe in den vergangenen fünf Jahren niemals den Glauben an diese Mannschaft verloren", sagte der 48-Jährige, der bei der WM 1982 als Spieler dabei gewesen war. "Das war schon ein Traum, aber das hier ist noch größer. Das ist das beste Resultat unserer Geschichte."

Dabei hatte es bis kurz vor dem Abpfiff in Rustenburg alles nach einem verdienten Sieg der Slowaken ausgesehen. Der frühere Nürnberger Robert Vittek hatte die noch junge Nation in Führung gebracht (50.). Doch den Osteuropäern, die mit drei Bundesliga-Profis (Jan Durica von Hannover 96, Erik Jendrisek vom 1. FCKaiserslautern und Stanislav Sestak vom VfL Bochum) aufgelaufen waren, fehlte am Ende die Konzentration – und sie wurden dafür bestraft. In der Tabelle der Gruppe F liegen nun alle vier Teams gleichauf. Denn auch Weltmeister Italien und Paraguay hatten sich am Montag (14.06.2010) 1:1 getrennt.

Training ohne Schweinsteiger

Bastian Schweinsteiger ist leicht angeschlagen und hat deshalb nicht am Training der deutschen Mannschaft am Mittwoch teilgenommen (AP Photo/Gero Breloer)

Angeschlagen: Schweinsteiger

Unterdessen war das deutsche Team zwei Tage nach dem 4:0-Sieg gegen Australien erstmals wieder auf dem Trainingsplatz. Bei kalten Wetterbedingungen fehlte allerdings Bastian Schweinsteiger. Der Münchener hat sich erkältet. "Es ist nichts Schlimmes", versicherte Teamarzt Tim Meyer, der von einer "Vorsichtsmaßnahme" sprach. "Für uns heißt es, konzentriert zu bleiben und weiterzuarbeiten", sagte Löw. Ihre Entschlossenheit dokumentierten Trainer und Spieler, indem sie dem südafrikanischen Winter beim Training in kurzen Hosen trotzten.

Autorin: Sarah Faupel

Redaktion: Jens Krepela

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