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Fußball

Brasilien quält sich, Italien siegt am Ende locker

Brasilien schrammt zum Auftakt des Confederations Cup knapp an einer Blamage vorbei. Gegen Afrikameister Ägypten rettet ein später Elfmeter den Sieg. Italien ließ es gegen lange dezimierte US-Amerikaner ruhig angehen.

Jubel Kaká (Foto: dpa)

Kaká sorgte spät für den knappen Sieg

Fragt man die brasilianischen Fans, dann würden sie am liebsten immer spektakuläre Spiele ihrer Nationalmannschaft sehen, in denen viele Tore fallen. Zumindest die Anzahl der Tore betreffend, dürften die Fans des Rekordweltmeisters auch beim Auftaktmatch der Selecao beim Confederations Cup gegen Afrikameister Ägypten auf ihre Kosten gekommen sein. Nicht aber, was die Spielweise ihres Teams angeht. Zwar erzielten die Brasilianer vier eigene Treffer, fingen aber auch drei Gegentore und retteten den Sieg erst durch einen späten Foulelfmeter.

Jubel Mohamed Zidan (Foto: dpa)

Mohamed Zidan stellte mit dem 3:3 das Spiel auf den Kopf

Die brasilianische Elf war von Anfang an bestimmend. Kaká, seit wenigen Tagen nachgewiesenermaßen einer der teuersten Spieler der Welt, sorgte für die frühe Führung. Nach dem Ausgleich durch Mohamed Zidan, legte Luis Fabiano gleich wieder vor. Der Ex-Leverkusener Juan erhöhte sogar noch vor der Pause auf 3:1 - das Spiel war gelaufen. So sollte man meinen. Doch innerhalb von nur 52 Sekunden stellten die Ägypter den bisherigen Spielverlauf auf den Kopf. Zunächst gelang Mohamed Shawky das überraschende 2:3, bevor Zidan gleich nach Wiederanpfiff den 3:3-Ausgleich schaffte.

Schiedsrichter Webb sorgt für Verwirrung

Schiedsrichter Webb im Gespräch mit Mohamed Zidan (Foto: dpa)

Erst Ecke, dann doch Elfmeter - Schiedsrichter Webb korrigiert sich

Brasilien war geschockt, suchte nach einem Mittel, fand aber keines. Alles was in der ersten Halbzeit noch gelang, funktionierte nun nicht mehr. Die Ägypter dagegen spielten befreit auf und kamen zu weiteren Chancen. Erst in der Schlussphase wendete sich das Blatt wieder zu Gunsten der Brasilianer: Ägyptens Verteidiger Al-Muhammadi klärte einen Schuss mit der Hand auf der Linie und schauspielerte anschließend, im Gesicht getroffen worden zu sein. Schiedsrichter Webb fiel zunächst auf die Einlage herein, nach heftigen Protesten der brasilianischen Spieler aber revidierte er seine Entscheidung und entschied auf Elfmeter und Rote Karte. Kaká verwandelte sicher zum 4:3-Endstand.

Durch die späte Einsicht des Unparteiischen konnte die Selecao eine Blamage gerade noch verhindern. Die drei Punkte zum Auftakt hatten die Brasilianer fest eingeplant. Dennoch waren die Blau-Gelben nach Abpfiff enttäuscht über die eigene Leistung: "Wir haben nicht das gespielt, was wir können", sagte Siegtorschütze Kaká. "Wir müssen uns steigern und das werden wir auch."

Ägypten dagegen hat schon jetzt für eine positive Überraschung gesorgt. "Wir haben gezeigt, dass der afrikanische Fußball mit den Großen mithalten kann", sagte der Doppeltorschütze Mohamed Zidan nach dem Spiel. Spielen die Nordafrikaner in den kommenden beiden Spielen ähnlich wie in Halbzeit zwei, dann muss ihnen auch vor dem Team der USA und Weltmeister Italien nicht bange sein. Zudem ist auch beim Spiel gegen die Brasilianer noch nicht das letzte Wort gesprochen. Wegen der strittigen Elfmeterentscheidung, wollen die Ägypter Einspruch gegen das Ergebnis einlegen.

Italien siegt gegen zehn Amerikaner

Zweikampf USA - Italien (Foto: dpa)

In Halbzeit eins ging es hart zu

Im zweiten Spiel des Tages traf in Pretoria Weltmeister Italien auf die USA. Eine Partie, in der fehlende spielerische Ideen von beiden Mannschaften mit Härte ausgeglichen wurden. Folgerichtig wurde Ricardo Clark in der 33. Minute nach einem groben Foulspiel des Feldes verwiesen. Italien war die etwas bessere Mannschaft, kam aber fast immer über linke Seite mit Fabio Grosso, der die Stürmer Gilardino und Iaquinta suchte. Turbulent vor den Toren wurde es erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit. Zunächst verweigerte der Schiedsrichter einem Eigentor der USA die Anerkennung, da er bereits vorher auf Abseits Italien entschieden hatte. Im direkten Gegenzug bekamen die Amerikaner einen Foulelfmeter zugesprochen, den Landon Donovan sicher verwandelte.

Nach der Pause bewies Italiens Coach Marcello Lippi ein gutes Händchen: Er wechselte Giuseppe Rossi ein, der kurze Zeit später mit seinem ersten Ballkontakt zum 1:1 traf. Daniele De Rossi erhöhte wenig später auf 2:1. Kurz vor Ende war es wieder Rossi, der mit einem schönen Direktschuss zum 3:1-Endstand einnetzte. "Sie haben uns das Leben schwer gemacht. Aber wir haben die richtige Balance gefunden", analysierte Lippi nach dem Spiel. Mit seinen beiden Toren war Giuseppe Rossi der auffälligste Spieler der Italiener. Auffällig war bei den Azzurri auch die ungewöhnliche Trikotkombination. Mit grauen Hemden und braunen Hosen - eine Referenz an die Tracht der italienischen Weltmeisterteams von 1934 und 1938 - liefen sie in Pretoria als Squadra grigio-bruni über den Platz. Für Italien war das Spiel gegen die lange dezimierten Amerikaner ein gemächlicher Auftakt. Erst im dritten Gruppenspiel gegen die Brasilianer müssen sie wohl wirklich zeigen, was sie zu leisten im Stande sind.


Autor: Andreas Ziemons

Redaktion: Sarah Faupel

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