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Global 3000

Brasilien: Ein WM-Stadion spaltet das Volk

50 Centavos kosteten früher die Stehplätze in Rios Maracanã-Stadion. Die Bettler vor den Eingängen bekamen immer genug, um dabei zu sein. Zur WM werden die Tickets im neuen Maracanã durchschnittlich über 100 Real kosten - knapp 40 Euro. Viele Brasilianer macht das zornig. Das Maracanã, sagen sie, war immer ein Ort für alle Menschen, arm wie reich. Jetzt ist Fußball Luxus geworden.

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Schon weit vor dem Wettbewerb, hat der Weltfußballverband FIFA die "Regie" übernommen. Bauauflagen, exklusive Sponsoren, Bannmeilen und spezielle Infrastrukturen an den Spielorten machen das Fußball-Festival im Maracanã-Stadion zu einer Veranstaltung für eine ausgewählte Klientel. Als das Stadion 1950 eröffnet wurde passten dort offiziell 180.000 Menschen hinein. Nach der Sanierung für die FIFA-WM bietet es weniger als halb so vielen Zuschauern Platz. Stehplätze gibt es nicht mehr, dafür überdachte Sitzplätze und VIP-Logen. Dauerkartenbesitzer müssen während der Weltmeisterschaft ihre Plätze räumen. Der Streit ums Maracanã ist ein weiterer Grund, der die Zahl der WM-Gegner im fußballbegeisterten Brasilien wachsen lässt. Ob das erfolgreiche Auftreten der Selecao ab 12. Juni die Gemüter etwas beruhigen kann?