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Fußball

Brasilianischer Fußballprofi Luiz in Belgrad rassistisch beleidigt

Immer wieder sorgen serbische Fußball-Rowdys mit rassistischen oder anderen Angriffen für skandalöse Szenen. Diesmal traf es Brasiliens Star Everton Luiz in der Stadt-Partie zwischen Rad und Partizan.

Rassistischer Missbrauch gegen Mittelfeldspieler Everton Luiz (Getty Images/AFP/STR)

Unter Tränen verlässt der brasilianische Mittelfeldspieler Everton Luiz den Platz

Das Belgrad-Derby der serbischen Fußballmannschaften Rad und Partizan (0:1) wird als Skandalpartie in Erinnerung bleiben. Brasiliens Mittelfeldspieler Everton Luiz, der für Partizan auf dem Platz stand, wurde bei jedem Ballkontakt von Anhängern des gegnerischen Rad-Teams mit Affenlauten verunglimpft. Gegen Ende des Spiels rollten Rad-Anhänger ein an Luiz gerichtetes beleidigendes Banner aus - das Match musste unterbrochen werden.

Nach dem Abpfiff gestikulierte Luiz zunächst aufgebracht mit dem Mittelfinger in Richtung Zuschauertribüne. Als die Situation zu eskalieren drohte, schritten Polizisten ein. Der Brasilianer verließ unter Tränen das Feld.

"Ich konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten, nachdem ich 90 Minuten lang rassistische Beleidigungen von den Tribünen ertragen musste", sagte er anschließend. Der 28-Jährige kritisierte auch seine Gegenspieler: "Ich war aber noch mehr geschockt von den Spielern, die das Verhalten unterstützt haben, anstatt die Situation zu beruhigen." Partizan-Trainer Marko Nikolic sprach lapidar von einer "Rückkehr in die Realität des serbischen Fußballs".

Rassistischer Missbrauch gegen Mittelfeldspieler Everton Luiz (Getty Images/AFP/STR)

Partizans Torhüter Kljajic versucht, Luiz zu trösten

Randale, Randale, Randale...

Immer wieder stören serbische Hooligans Spiele ihrer Mannschaften und fallen durch rassistische Äußerungen auf. So überschatteten skandalöse Szenen auch das Play-off-Rückspiel zur U21-EM zwischen Serbien und England 2012 in Krusevac. Während der Partie wurden englische Spieler von Zuschauern rassistisch beleidigt, nach dem Spiel wurden sie mit Gegenständen beworfen. Schließlich musste die Europäische Fußball-Union (UEFA) ermitteln.

Schon im Oktober 2010 hatten serbische Hooligans in Italien die Fußballwelt geschockt. Bei der EM-Quali in Genua sorgten sie mit Gewaltexzessen für den zweiten Spielabbruch in der langen EM-Geschichte. Schon vor der Partie war es zu Ausschreitungen serbischer Anhänger gekommen. Es gab zahlreiche Verletzte.

se/ust (sid, afp)