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Sport

Brash gewinnt Großen Preis von Aachen

Der Schotte setzt sich gegen eine hochklassigen Konkurrenz durch und gewinnt das wichtigste Turnier der Welt. Die Entscheidung fällt erst im Stechen. In der Dressur reitet Isabell Werth knapp am Sieg vorbei.

Am Ende stand das Publikum in Aachen geschlossen auf, rund 50.000 Zuschauer spendeten dem Sieger donnernden Applaus. Der Schotte Scott Brash hatte gerade als letzter Reiter des Stechens den Parcours absolviert und war zum dritten Mal an diesem Nachmittag fehlerfrei geblieben. Mit einem furiosen Ritt sicherte er sich in 48,04 Sekunden den Sieg im Großen Preis von Aachen und damit eine Siegprämie von 330.000 Euro. Knapp geschlagen geben musste sich der Deutsche Daniel Deusser auf Cornet d'Amour, der ebenfalls fehlerfrei blieb, aber 0,33 Sekunden länger brauchte als Brash. Rang drei belegte der Franzose Simon Delestre auf Ryan des Hayettes vor Ludger Beerbaum auf Chiara.

"Wir wollen Fehler, aber nur solche, die passieren, weil Reiter oder Pferd ein wenig unaufmerksam sind - keine schweren Stürze oder ähnliches", hatte Parcourschef Frank Rothenberger vor dem Großen Preis beim diesjährigen "kleinen CHIO" gesagt. Sein Wunsch sollte in Erfüllung gehen - mit dem niederländischen Weltmeister Jeroen Dubbeldam auf SFN Zenith blieb erst der 18. Starter des 1. Umlaufs fehlerfrei. Neben Dubbeldam schafften es dann aber neun weitere Paare ohne Abwurf und Zeitfehler durch den Parcours, darunter auch die Deutschen André Thieme auf Contanga, Deusser und der dreifache Aachen-Sieger Beerbaum.

Brash mit Chance auf "Grand Slam"

Die besten 18 Reiter nach dem 1. Durchgang erreichten den 2. Umlauf. Dort legte Thieme erneut einen Null-Fehler-Ritt hin. Dubbeldam, Deusser, Beerbaum, Delestre, Brash und Kent Farrington aus den USA auf Voyeur taten es ihm gleich. Mit sieben Paaren ging es ins Stechen. Dort blieben Deusser, Beerbaum, Delestre und Brash erneut ohne Fehler, allerdings ritt Brash am Schnellsten und war der umjubelte Sieger.

Scott Brash mit Pferd Hello Sanctos bei der Siegerehrung (Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Plötzlich um 830.000 Euro reicher - Scott Brash mit seinem Siegerpferd Hello Sanctos

Der Schotte darf sogar auf eine weitere rekordverdächtige Prämie hoffen: Der Große Preis von Aachen gehört gemeinsam mit den Turnieren in Genf und Spruce Meadows in Kanada zur Serie "Rolex Grand Slam". Gewinnt ein Reiter diese drei Turniere hintereinander, erhält er einen Bonus von einer Million Euro, bei zwei Siegen in Folge gibt es 500.000 Euro. Brash hatte im vergangenen Dezember in Genf gewonnen, nun in Aachen. Die halbe Million ist ihm also bereits sicher, ihm fehlt nur noch ein Sieg zum ganz großen Geldsegen.

Werth verpasst Dressur-Titel knapp

In der Dressur hat die fünfmalige Olympiasiegerin Isabell Werth ihren elften Triumph im Großen Preis verpasst. Die 45-Jährige lieferte auf ihrem Pferd Don Johnson zwar eine Glanzleistung ab und wurde in der Grand Prix Kür mit 81,200 Prozentpunkten belohnt, doch die Schwedin Tinne Vilhelmson Silfven fing die Rekordsiegerin als Schlussreiterin noch ab. Für ihren Auftritt auf Don Auriello erhielt die sechsmalige Olympia-Teilnehmerin aus Schweden 82,475 Punkte. Während Vilhelmson Silfven die Siegprämie von 43.000 Euro einstrich, durfte sich Isabell Werth noch über 26.000 Euro freuen. Der mit 20.000 Euro dotierte dritte Rang ging an den erst 20 Jahre alten Sönke Rothenberger auf Favourit (77,375).

Internationales Reitturnier in Aachen, Tinne Vilhelmson Silfven auf ihrem Pferd Don Auriello (Foto: Rolf Vennenbernd/dpa)

Tinne Vilhelmson Silfven und Don Auriello übertrafen die Leistung von Isabell Werth und Don Johnson noch

Das einstige "Wunderpferd" Totilas war in Aachen nicht am Start, er soll aber bei den Europameisterschaften im August an gleicher Stelle wieder dabei sein. "Ich habe ihn vor zwei Tagen zuletzt gesehen. Er macht einen guten Eindruck, ist aber noch nicht bei hundert Prozent", sagte Dressur-Bundestrainerin Monica Theodorescu, verlangte allerdings: "Einmal muss er sich vor der EM in Aachen noch präsentieren, sonst geht es nicht." Sie wünscht sich einen starken Totilas, um mit einer starken Mannschaft bei der EM Mitte August in Aachen nach Gold zu greifen.

"Kleiner CHIO" wegen EM

Das internationale Reitturnier in Aachen fiel in diesem Jahr ein paar Nummern kleiner aus als gewöhnlich. Normalerweise hat es den Status des CHIO, des internationalen und offiziellen Reitturniers Deutschlands. Da aber vom 11. bis 23. August auch die Europameisterschaften im Reitsport in Aachen stattfinden werden, entschieden sich die Veranstalter, das Programm zu kürzen. So gab es diesmal keine Nationenpreise im Springen und der Dressur und keine Wettbewerbe in der Vielseitigkeit und im Voltigieren.

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