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Kultur

Brand in Berliner Philharmonie gelöscht

Das Dach der Berliner Philharmonie ist durch den Brand schwer beschädigt worden. Der Spielbetrieb in dem berühmten Konzerthaus wird zunächst ruhen müssen.

Berliner Philharmonie, Quelle:dpa

Dicker Rauch steigt aus dem Dachstuhl auf

Nach mehr als 15 Stunden konnte ein Schwelbrand in der Dachkonstruktion der Berliner Philharmonie gelöscht werden. Das Feuer war am frühen Dienstagnachmittag (20.05.2008) ausgebrochen. Menschen kamen nicht zu Schaden. Rund ein Drittel der Dachkonstruktion hingegen wurde durch das Feuer schwer beschädigt. Der Schaden geht in die Millionen. Für die Substanz des Gebäudes, eines der Berliner Wahrzeichen, besteht nach Angaben der Feuerwehr keine Gefahr. Der Spielbetrieb muss allerdings für die nächsten Tage unterbrochen werden. Für die am Wochenende vorgesehenen Konzerte wird ein Ausweichort gesucht.

Der Brand war gegen 14 Uhr von einem Passanten entdeckt worden, der per Handy die Polizei alarmierte. Bis in die frühen Morgenstunden des Mittwoch war ein Großaufgebot der Feuerwehr im Einsatz, um mit Wasser und Löschschaum die Brandnester zu ersticken. Auf dem mehr als 50 Meter hohen zeltförmigen Schrägdach arbeiteten sich die Einsatzkräfte mühsam zu den Brandherden vor.

Dichter gelblich-weißer Qualm behinderte die Löscharbeiten. Teile der Dachkonstruktion aus Zinkblech mussten mit Spezialsägen ausgesägt werden, um die Brandherde in einem Zwischenraum zwischen einer Betondecke und der Zinkkonstruktion zu erreichen. Die Befürchtung, hochgiftige Dämpfe würden austreten, erwies sich als unbegründet. Es gilt als wahrscheinlich, dass Schweißarbeiten auf dem Dach das Feuer ausgelöst haben. Genauere Analysen werden von den eingeleiteten kriminaltechnischen Untersuchungen erwartet.

Besucher kommen mit dem Schrecken davon

Auf dem Dach des brennenden Gebäudes, Quelle:ap

Feuerwehrleute versuchen den Brand zu löschen

Zur Zeit des Brandausbruchs befanden sich rund 300 Personen im Haus. Die Intendantin der Philharmonie, Pamela Rosenberg, sagte, Glück im Unglück sei gewesen, dass das Feuer vor einer Probe zum "Te deum" von Hector Berlioz ausgebrochen sei. Zu dieser Probe hätten sich 750 Teilnehmer, darunter 400 Kinder und 120 Musiker unter der Leitung des Dirigenten Claudio Abbado in dem Konzertsaal versammeln sollen. Ein Mittagskonzert war unmittelbar vor Brandausbruch zu Ende gegangen. Zahlreiche Besucher hielten sich zu diesem Zeitpunkt noch im Foyer auf, konnten das Haus aber ohne Gefahr und Eile verlassen.

Große Sorge bei der Brandbekämpfung galt den rund 50 wertvollen Musikinstrumenten im Haus. Fast alle konnten rechtzeitig im benachbarten Kammermusiksaal in Sicherheit gebracht werden. Dabei handelte es sich überwiegend um Instrumente aus dem Privatbesitz der Musiker, im Wert zwischen 50.000 und mehreren Hunderttausend Euro. Die Konzertflügel blieben im Großen Saal, waren nach Einschätzung der Orchesterleitung aber nicht in Gefahr, weil sie ganz unten in der Nähe des Podiums standen.

Geschichte des berühmten Gebäudes

Karajan dirigiert, Quelle: dpa

Der langjährige Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan

Das Konzerthaus, Heimstatt der Berliner Philharmoniker, wurde von 1960-63 nach einem Entwurf des Architekten Hans Scharoun gebaut. Der Saal im Stil eines verschachtelten Amphitheaters ist eines der Wahrzeichen der Hauptstadt und gilt mit seiner hervorragenden Akustik als Vorbild für Konzertsäle auf der ganzen Welt. Der große Saal bietet Platz für 2200 Besucher. Das Konzerthaus wurde 1963 mit Beethovens 9. Sinfonie unter der Leitung von Herbert von Karajan feierlich eröffnet und später von der Bevölkerung mit Blick auf den langjährigen Dirigenten der Berliner Philharmoniker oftmals auch "Zirkus Karajani" genannt. (qu)

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