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Aktuell Deutschland

Brand in Backnang kein Anschlag

Es war weder Brandstiftung noch ein technischer Defekt. Nach dem verheerenden Brand von Backnang gehen die Ermittler jetzt davon aus, dass die Bewohner das Feuer versehentlich selbst verursacht haben.

Bei dem Feuer am 10. März im baden-württembergischen Backnang waren eine 40-jährige aus der Türkei stammenden Frau und sieben ihrer zehn Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und 16 Jahren ums Leben gekommen. Die Großmutter, ein Sohn der Frau und dessen Onkel konnten gerettet werden. Die Opfer waren zur Bestattung in ihre Heimat übergeführt und dort erneut obduziert worden.

Sämtliche Befunde der Brandermittler deuteten darauf hin, dass der Brand in der Wohnung entweder durch den fahrlässigen Umgang mit offenem Feuer oder mit einem glimmenden Gegenstand entstanden sei, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft jetzt in Stuttgart mit. Ein zunächst vermuteter technischer Defekt könne inzwischen ausgeschlossen werden, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Stuttgart, Siegfried Mahler. Auch für Brandstiftung gebe es keine Hinweise. Das hätten auch Sachverständige des Forensischen Instituts Zürich bestätigt.

Türkische Kritik an deutschen Ermittlern

Es gebe Anhaltspunkte für eigenes Verschulden der Großmutter, sagte der Leiter der Kriminalpolizei Waiblingen, Thomas Schöllhammer. In der Familie sei viel geraucht worden. Das Feuer sei im Bereich der Schlafcouch der Großmutter ausgebrochen. Die Frau äußere sich gegenüber den Ermittlern nicht zum Hergang.

Von türkischer Seite hatte es nach dem Brand Kritik gegeben, weil die Polizei ziemlich rasch einen fremdenfeindlichen Anschlag ausgeschlossen hatte. Die türkische Regierung hatte nach den Ermittlungspannen in der Affäre um die rechtsextreme Terrorzelle NSU besondere Sorgfalt bei den Ermittlungen angemahnt. Nach einem weiteren Brand in einem überwiegend von türkischstämmigen Menschen bewohnten Haus in Köln mit zwei Toten hatte der Vorsitzende der türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, gefordert, in solchen Fällen solle grundsätzlich von einem rechtsradikalen Hintergrund ausgegangen werden. Die Bundesregierung hatte die Bedenken zurückgewiesen. Sie habe vollstes Vertrauen, dass die Behörden in den betroffenen Bundesländern in alle Richtungen ermitteln und die Vorfälle aufklären würden, sagte Vize-Regierungssprecher Georg Streiter.

gmf/wl (afp, dpa, rtr)

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