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Top-Thema – Podcast

Brain Drain in Polen

Polens Jugend forscht. Aber nicht im eigenen Land, sondern im Ausland. Viele junge Wissenschaftler verlassen ihre Heimat, weil sie in anderen Ländern mehr verdienen. Eine Stiftung versucht, sie wieder zurückzuholen.

Die Warschauer Universität

Die Warschauer Universität

Die junge Wissenschaftlerin Agnieszka Koscianska ist Dozentin an der Warschauer Universität. Pro Woche hält sie drei Seminare und eine Vorlesung. Dafür zahlt ihr die Uni ungefähr 300 Euro im Monat. Die 32-Jährige frustriert die geringe Bezahlung: "Erst studiert und lernt man viel – und dann verdient man gerade so viel wie eine Putzfrau."

Wegen der miserablen Bezahlung an den polnischen Unis sind viele ihrer ehemaligen Kommilitonen ins Ausland gegangen. Auch Agnieszka hat schon oft über eine Karriere im Ausland nachgedacht. Doch sie hat sich dagegen entschieden. " Es können doch nicht alle von hier weggehen – dann hätten wir bald gar keine Dozenten mehr an der Uni."

Ein kleiner Lichtblick allerdings ist die "Stiftung für polnische Wissenschaft". Sie will die Forschung in Polen stärken. Unter anderem hat sie das Programm "Powroty/Homing" ins Leben gerufen. Es bietet Wissenschaftlern, die aus dem Ausland zurück nach Polen kommen, eine finanzielle Unterstützung.

Schon 30 polnische Studenten konnten von diesem Programm profitieren. Für Agnieszka Koscianska reicht diese Initiative aber noch lange nicht aus: "Das ist doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein", sagt sie.

Glossar

Brain Drain, der – Anglizismus für: die Abwanderung von besonders begabten und talentierten Menschen aus ihrem Heimatland

Stiftung, die – eine Organisation, die ein bestimmtes Projekt unterstützt und dafür Geld gibt

Dozent/in, die/der – jemand, der an einer Universität unterrichtet

Seminar, das – hier: eine Übung an der Universität

Vorlesung, die – ein Vortrag für Studenten von jemandem, der an der Universität unterrichtet

etwas frustriert jemanden – etwas macht jemanden unzufrieden

Putzfrau, die – jemand, der dafür bezahlt wird, dass er/sie putzt

miserabel – sehr schlecht

ehemalig – so, dass es der Vergangenheit angehört

Kommilitone/in, der/die – jemand, mit dem/der man zusammen studiert

Karriere, die – der Weg, der im Beruf zum Erfolg führt

Lichtblick, der – bildlich: die Hoffnung

etwas ins Leben rufen – etwas gründen; etwas neu beginnen

von etwas profitieren – einen Vorteil von etwas haben

Initiative, die – hier: die neue Idee

etwas ist ein Tropfen auf den heißen Stein – etwas hat kaum Wirkung

Fragen zum Text

Warum gehen viele junge polnische Wissenschaftler ins Ausland?

1. Weil es spannender ist, im Ausland zu arbeiten.

2. Weil die Bezahlung an polnischen Unis schlecht ist.

3. Weil es in Polen sehr kalt ist.

Wenn jemand frustriert ist, dann …

1. ist er/sie sehr glücklich.

2. ist ihm/ihr zu warm.

3. ist er/sie unzufrieden.

Wenn eine Initiative kaum Auswirkungen hat, sagt man: …

1. "Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein."

2. "Steter Tropfen höhlt den Stein."

3. "Die reden um den heißen Brei herum."

Arbeitsauftrag

Stellen Sie sich vor, Sie sind Mitarbeiter bei der "Stiftung für polnische Wissenschaft". Was könnte polnische Wissenschaftler außer finanzieller Unterstützung noch dazu bringen, wieder nach Polen zurückzukehren. Überlegen Sie sich in der Gruppe Initiativen und Programme, die Wissenschaftler umstimmen könnten.

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