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Politik

Brüsseler Spitzen

In vorweihnachtlicher Stimmung waren die EU-Staats- und Regierungschef beim Gipfel in Laeken ganz und gar nicht. Warum das so war, erläutert DW-Korrespondent Alexander Kudascheff aus Brüssel.

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Weihnachten ist die hohe Zeit für Geschenke. Das gilt natürlich auch für die europäische Union, warum auch nicht? Und was eignet sich besser als ein kleiner vorweihnachtlicher Gipfel in einem Märchenschloss im belgsichen Laeken (Vorort von Brüssel!) dafür, Geschenke zu verpacken, zu machen und wieder auszuwickeln. Vor allem, wenn die wirklich Mächtigen Europas zusammensitzen, die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union? Nichts, richtig. Doch mit den Geschenken, mit den europäischen Paketen wurde es diesmal nichts.

Eigentlich sollten neun europäische Institutionen auf fünfzehn Länder gerecht verteilt werden, so dass niemand zu kurz kam. Darunter gab es herrliche Einrichtungen: eine Beobachtungsstelle für Migration, eine Behörde für die maritime Sicherheit, eine europäsche Polizeiakademie und schliesslich das Amt für Lebensmittelsicherheit. Das ist nun wirklich in Zeiten von BSE, Dioxin, Maul- und Klauenseuche, Hormonen im Fleisch wichtig. Und es sollte nach Helsinki, nein, nicht weil die Finnen so gerne und so gut essen, sondern weil Finnland (neben Schweden) das einzige Land in der EU ist, das noch nichts gesamteuropäisches im Lande hat. Doch gegen Helsinki - waren zuerst Berlusconi, denn der trat vehement, laut wie ein quengelndes Kind gegen die vorweihnachtliche Bescherung an und für Parma ein, und dann Chirac, der nicht ganz so laut, aber mit berüchtigten Witzen für Lille warb. Die Folge: nichts ging mehr auf dem Familienfest, statt dessen begann ein wildes Geschacher und es ging zu wie auf dem Basar. (Motto: "Geld gegen Kamel" wobei niemand wusste ob der Händler das Kamel war oder nicht). Und weil Silvio und Jaques sich so stritten, hatte schliesslich Guy (der Belgier Verhofstadt) die Schnauze voll, beendete das Fest - und schickte alle nach Hause, nach Europa. So geht's eben zu - in der EU.