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Kultur

Brüssel hält die Hand auf

Am 1. Juli ist es soweit: Auch auswärtige Firmen müssen dann im Internethandel in der Europäischen Union Umsatzsteuer abführen. Viele US-Firmen sind sauer und Ebay wird teurer.

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Auch Ebay, Amazon & Co müssen bald Umsatzsteuer berechnen

Die Fans der Auktionsplattform werden es bald merken: Im Juli steigen in Europa die Ebay-Verkaufsgebühren. Denn auch Ebay muss dann die EU-Umsatzsteuer in Rechnung stellen. Bisher blieben Firmen, die nicht aus der Union stammen, bei Internet-Geschäften von der Umsatzsteuer verschont.

Umsatzsteuer-Oase Luxemburg

In Zukunft will der europäische Fiskus immer mitverdienen, wenn Musikstücke, Videos oder Software verkauft werden. Egal von wem. Betroffen sind von dem neuen Recht vor allem US-Firmen – auch sie müssen ihre digitalen Produkte nun mit Steuern belegen. Dies sei für amerikanische Unternehmen "eine radikal andere Steuerphilosophie", schrieb dazu kürzlich die "Washington Post" und zitierte besorgte Internet-Manager, die ein Chaos in ihren europäischen Dependancen befürchten.

Als besonders verwirrend wird kritisiert, dass es in Europa keine einheitliche EU-Umsatzbesteuerung gibt. Ein US-Internethändler muss also mit verschiedenen Steuersätzen kalkulieren, wenn er mit EU-Europäern handelt. Es gibt aber eine Alternative: Offiziell eine Firmenzentrale in der EU errichten und damit den Steuersatz des jeweiligen Gastlandes bezahlen. Der Internet-Konzern America Online (AOL) hat sich auf die neue Situation schon eingestellt und angekündigt, künftig seine Aktivitäten in Luxemburg zu konzentrieren. Dort ist der Umsatzsteuersatz mit 15 Prozent besonders niedrig.

Brüssel als Vorbild?

In der amerikanischen E-Commerce-Szene haben die neuen Steuervorschriften aus Brüssel aber noch aus einem anderen Grund für Aufregung gesorgt. Die Branche fürchtet jetzt, dass bald auch die Finanzminister in den USA Gefallen an der neuen Einnahmequelle finden könnten. In den USA herrscht nach wie vor eine – von vielen Politikern gewollte - Steuerfreiheit im Internethandel. Bisher haben sich Bundesstaaten in den USA nicht auf eine einheitliche Regelung einigen können. Das könnte sich aber schnell ändern – denn auch in den USA sind die öffentlichen Kassen inzwischen leer. (hh)