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Filme

Brückenbauer aus Hamburg

Nach Wim Wenders und Tom Tykwer ist Fatih Akin der international bekannteste deutsche Regisseur. Seinen Durchbruch erlebte er 2004 mit dem Film "Gegen die Wand". Ein Porträt des vielseitigen Hamburger Filmemachers.

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Fatih Akin mit dem Goldenen Bären

Fatih Akin gewinnt mit seinem Film Gegen die Wand Goldenen Bären in Berlin

Szenenbild aus dem Film "Gegen die Wand" mit Birol Uenel und Sibel Kekilli

Fatih Akin ist in Deutschland aufgewachsen und ein Kind türkischer Eltern. In seinem ersten, realistisch gefärbten Spielfilm "Kurz und schmerzlos" ging es um drei jugendliche Freunde auf der Suche nach Glück, Liebe, Macht und Reichtum. Das war zuviel auf einmal und ging für einige der Protagonisten nicht gut aus.

Road Movie mit autobiografischem Touch

Sein zweiter Spielfilm "Im Juli" handelte vordergründig von Liebe und erzählte von den beiden jungen Menschen Daniel und Juli, die erst nach einer Reise von Tausenden von Kilometern zwischen Deutschland und der Türkei zueinander finden. Für diese recht einfache Geschichte bemühte Fatih Akin gleich mehrere Film-Genres: vom wilden Märchen und der Romantic Comedy bis hin zum Road Movie.

"Es ist so, dass ich diese Strecke von Hamburg nach Istanbul sehr gut kenne, weil wir sie jedes Jahr mit meinen Eltern gefahren sind, früher in den Sommerferien. Dann setzte man sich ins Auto, so richtig klischeemäßig - Türkenbomber, Ford Transit, Dachgepäckträger. Das ist vielleicht der größte biografische Aspekt in diesem ganzen Ding."

Cineastischer Befreiungsschlag

Solino, der neue Film von Fatih Akin

Barnaby Metschurat und Moritz Bleibtreu im Film "Solino"

Fatih Akin versteht es, die Genres gekonnt zu wechseln, auch wenn er in seinen ersten beiden Filmen mitunter ein bisschen zu verspielt war und sich von keiner originellen Idee trennen mochte. Seine Vielseitigkeit stellte er dann auch mit "Solino" unter Beweis, der im Milieu italienischer Einwanderer im Ruhrgebiet spielte. Erstmals hatte Akin ein fremdes Drehbuch adaptiert. Und doch wirkte "Solino" ein wenig glatt, weniger originell.

Umso überraschender war sein filmischer Befreiungsschlag "Gegen die Wand", der auch durch seine gut geschriebenen Dialoge überzeugte. "Gegen die Wand" war einer der schönsten deutschen Filme der letzten Jahre, eine ungewöhnliche Liebesgeschichte voller Leidenschaft, Verzweiflung, Gewalt und mit sehr viel Humor. Fatih Akin überzeugte mit diesem Film alle Kritiker, die ihm vorwarfen, mitunter zu gefällig gewesen zu sein. Sein Mut wurde belohnt. Mit seinem bisher radikalsten Film gewann er den "Goldenen Bären" bei der Berlinale 2005 und den "Europäischen Filmpreis" in Barcelona

Bereitschaft zu hinterfragen

Filmszene Crossing the Bridge - Sound of Istanbul

Sezen Aksu und Alexander Hacke im Film "Crossing the Bridge"

Fatih Akin ist im positiven Sinne ein Gefühlsmensch, trifft viele Entscheidungen aus dem Bauch und hat eine gute Hand für Schauspieler. Nach dem Erfolg und Trubel um "Gegen die Wand" hatte der deutsch-türkische Regisseur noch "ein wenig Kraft", wie er sagte und investierte diese in den Musikfilm "Crossing the Bridge - The Sound of Istanbul". Auf die Frage, ob er überzeugt ist, dass mit Musik etwas verändert werden könnte, gibt es ein eindeutiges "Ja": "Das ist vielleicht naiv, aber ich glaub daran."

Gerade weil Fatih Akin im positiven Sinne naiv geblieben ist, gibt es bei ihm diese Bereitschaft sich zu hinterfragen und eigene Meinungen zu ändern. So bleibt er ein Filmemacher, der den Zuschauer überrascht und von dem man auch in Zukunft noch vieles erwarten kann.

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  • Datum 22.11.2005
  • Autorin/Autor Jörg Taszman
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  • Permalink http://p.dw.com/p/7UKV
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