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Nahost

Brücke zur islamischen Welt

Das Internetportal Qantara.de, ein Projekt der Deutschen Welle, will die Verständigung zwischen verschiedenen Kulturkreisen fördern und mit Vorurteilen aufräumen.

Qantara.de: Dialog in fünf Sprachen

Dialog auf fünf Sprachen: Qantara.de

Das Internetportal Qantara.de lässt schon im Namen sein Ziel erkennen: "qantara" ist Arabisch und bedeutet "Brücke". Der Name ist Programm, denn das Portal will Brücken zwischen Orient und Okzident, zwischen christlich geprägten Europa und den islamisch geprägtem nah- und mittelöstlichen Kulturen schlagen. 2003 wurde es gegründet, vor dem Hintergrund der Entwicklungen nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001, als Muslime weltweit unter Generalverdacht gerieten.

Qantara.de-Leiter Loay Mudhoon, Foto: Qantara.de

Qantara.de-Leiter Loay Mudhoon

Seither ist das Thema "Islam" in allen Medien präsent, doch es werde oftmals nicht ausreichend zwischen dem Islam als Religion und dem Islamismus als politischer Ideologie getrennt, kritisiert Qantara.de-Redaktionsleiter Loay Mudhoon. "Darum bieten wir Hintergründe und Erklärungen, um Vorurteile abzubauen und Wissenslücken zu schließen. Wir wollen keine bestimmte Sichtweise vorgeben, sondern stehen für eine Kultur der Deeskalation – das ist die Hauptaufgabe von Qantara.de."

Pluralität der Meinungen

Qantara.de ist ein Projekt der Deutschen Welle, an dem auch das Goethe-Institut, das Institut für Auslandsbeziehungen und die Bundeszentrale für politische Bildung beteiligt sind. Finanziell gefördert wird es vom Auswärtigen Amt, denn dort messe man dem Dialog mit der islamischen Welt eine ganz besondere Bedeutung bei, so Werner Wnendt, Leiter der Abteilung für Kultur und Kommunikation: "Wir schätzen die reiche kulturelle Tradition der islamischen Welt und deren Vielfalt", sagt er. Gleichwohl bedürfe es auch der Vermittlung zwischen Ost und West: "Dialog erfordert verstehendes Zuhören und engagiertes Vermitteln."

Drei muslimische Mädchen, Foto: dpa

Im Westen wissen die Wenigsten über islamische Traditionen Bescheid

Das setzt Qantara.de um mit Beiträgen zu Politik, Gesellschaft und Kultur, in denen westliche und orientalische Autoren zur Wort kommen. Artikel, die das Ziel haben, Verständigung zwischen den verschiedenen Kulturkreisen zu fördern und mit Vorurteilen aufzuräumen. Die "Pluralität der Meinungen" sei wichtg, wie Redaktionsleiter Mudhoon betont: "Viele Beiträge, Kommentare und Essays von islamischen Autoren übersetzen wir ins Deutsche und Englische. Das findet man in anderen Onlinemedien nicht und das ist das Alleinstellungsmerkmal von Qantara.de."

Fünfsprachiges Angebot

Brücken baut Qantara.de auch, weil es fünfsprachig ist: Die Texte erscheinen im Netz auf Englisch, Türkisch, Arabisch, Indonesisch und Deutsch. Dabei werden auch, oder gerade, strittige Themen angegangen: Die "EU-Tauglichkeit" der Türkei etwa, der Karikaturenstreit oder die Rolle der Frauen im Islam. Wichtig sei, so Mudhoon, dass das Portal in beide Richtungen wirke: "Bestes Beispiel ist der Iran. Wir haben in den letzten Monaten sehr vielen iranischen Autoren die Möglichkeit gegeben, hier zu veröffentlichen, wir haben persische Texte organisiert, damit die Autoren die Situation in ihrer Heimat aus ihrer Sicht darstellen, ohne, dass wir von außen, völlig anmaßend, sagen, wie die Situation bei ihnen aussieht."

Leiter von DW-Arabisch Rainer Sollich und Loay Mudhoon im Interview mit Scheich Fadlallah in Beirut, August 2007, Foto: DW

Leiter von DW-Arabisch Rainer Sollich und Loay Mudhoon im Interview mit Scheich Fadlallah in Beirut

Mudhoon glaubt, dass sowohl im Orient als auch im Westen wenig Wissen über den jeweils Anderen herrscht, dafür aber umso mehr Vorurteile und Voreingenommenheit. Zu deren Abbau trägt Qantara.de mit täglich mehr als 30.000 Klicks bei. Das wurde auch von der Jury der Civis-Stiftung honoriert, die Qantara.de für den Civis-Medienpreis 2010 für Integration und kulturelle Vielfalt in Europa nominierte: "Ein ernsthafter Dialog mit der islamischen Welt – seriös und kompetent", heißt es in der Begründung.

Autorin: Ina Rottscheidt
Redaktion: Anne Allmeling

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