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Katastrophen

Brände in Israel unter Kontrolle

Nach Angaben der Feuerwehr gibt es keine aktiven Brandherde mehr in der Region. Umfangreiche Hilfe kam aus dem Ausland. Zehntausende Menschen mussten in den vergangenen Tagen ihre Häuser verlassen.

In Haifa, der drittgrößten Stadt Israels, waren 60.000 Menschen vor den meterhohen Flammenwänden in Sicherheit gebracht worden. Sie kehrten inzwischen wieder zurück, um den Zustand ihrer Häuser zu begutachten. Behördenangaben zufolge entstanden durch die seit sechs Tagen lodernden Flammen Schäden in Höhe von 120 Millionen Dollar, mehr als 570 Häuser sind unbewohnbar.

Auch in der jüdischen Siedlung Halamisch bei Ramallah im Westjordanland wurden nach Polizeiangaben dutzende Häuser zerstört oder beschädigt. Weitere Brände waren aus den Siedlungen Dolev, Alfei Menasche und Karnei Schomron gemeldet worden. 

Dank an Abbas

Nach der verheerenden Brandserie gibt sich Israels Regierungschef Netanjahu den Palästinensern gegenüber versöhnlich. Er dankte dem Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas für die Hilfe bei der Flammenbekämpfung. Die Palästinenser hatten acht Feuerwehrfahrzeuge und 40 Einsatzkräfte nach Israel geschickt. Gleichzeitig drohte Netanjahu aber den Brandstiftern mit harten Maßnahmen. "Wir werden in aller Härte gegen jene vorgehen, die Brände legen", sagte Netanjahu. Er setze sich für die Einrichtung einer internationalen Feuerwehr-Truppe ein, sagte der Ministerpräsident bei einer Kabinettssondersitzung in Haifa.

Feuerwehrleute bei den Brandbekampfung. Die Brände offenbar unter Kontrolle (Getty Images/AFP/J. Guez)

Feuerwehrleute bei den Brandbekämpfung in der Nähe der nordisraelischen Stadt Hadera

Seit Beginn der landesweiten Brandserie nahmen israelische Sicherheitskräfte 35 mutmaßliche Brandstifter fest, die meisten davon aus den Palästinensergebieten, wie der israelische Rundfunk berichtete. Palästinensische Repräsentanten wiesen den Vorwurf zurück, viele Brände seien gezielt durch Palästinenser gelegt worden.

"Neue Form des Terrors"

Ultrarechte Minister wollen als Reaktion auf die Brandstiftungen israelische Siedlungen weiter ausbauen. Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman sagte, 17 von 110 Bränden seien eindeutig durch Brandstiftung entstanden. "Andere Fälle prüfen wir noch", sagte er. Bei einem Besuch in der Siedlung Chalamisch, in der tausend Einwohner ihre Häuser auf der Flucht vor den Flammen verlassen mussten, sagte Lieberman: "Die beste Antwort auf die Schäden und die verbrannten Häuser ist es, weiter zu bauen. Noch ein Haus und noch ein Haus." In der Siedlung waren 45 Häuser beschädigt worden.

Gilad Erdan, Minister für öffentliche Sicherheit, rief zur Zerstörung der Häuser von Brandstiftern auf. Erdan sprach von einer neuen Form des Terrors. Erziehungsminister Naftali Bennett von der Siedlerpartei sagte bei einem Besuch in Chalamisch: "Wir haben es hier mit einer Welle von nationalistischem Terror zu tun, von Feuer-Terroristen, die Juden töten und Angst und Schrecken säen wollen." Für jedes verbrannte Haus werde man "größere Häuser, mehr Häuser" bauen, kündigte Bennett an.

Löschflugzeuge beim Betanken im Mittelmeer. Zahlreiche, auch internationale Helfer, waren im Einsatz (Reuters/B. Ratner)

Löschflugzeuge beim Betanken im Mittelmeer. Zahlreiche, auch internationale Helfer, waren im Einsatz

Nach Angaben israelischer Behörden wurde ein Teil der Brände bei besonders trockenem und windigem Wetter durch Nachlässigkeit entfacht. Nach Angaben der Rettungskräfte wurden seit Ausbruch der Brände mehr als 120 Menschen bei Bränden verletzt. 13 Länder unterstützten Israel mit insgesamt mehr als 20 Löschflugzeugen im Kampf gegen die Flammen, darunter die Türkei, Italien, Ägypten, Jordanien, Kroatien, Griechenland, Zypern und Russland. Auch das weltgrößte Löschflugzeug aus den USA vom Typ Boeing 747 war an der Flammenbekämpfung beteiligt.

cgn/hf (afp, dpa

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