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Europa

Brände bei Athen sind fast gelöscht

Vier Tage lang kämpften die Rettungskräfte nördlich von Athen gegen verheerende Feuerwalzen. Inzwischen hat die Feuerwehr die Brände unter Kontrolle. Die Gefahr ist trotzdem noch nicht ganz vorbei.

Löschflugzeug nahe Athen (Foto: AP)

Durch Löschflugzeuge konnten die Feuer leichter eingedämmt werden

"Nirgendwo rund um Athen brennt es noch lichterloh", sagte ein Sprecher der Regierung im Fernsehen. Die Brandgefahr sei aber weiter extrem hoch. "Aus diesem Grund bleiben alle Kräfte in Alarmbereitschaft", fügte er hinzu. Der intensive Einsatz von Löschflugzeugen, darunter auch acht Maschinen aus anderen EU-Staaten und eine aus der Türkei, habe Wirkung gezeigt. Die Löschmannschaften waren besonders durch starke Winde behindert worden.

21.000 Hektar Land zerstört

Insgesamt loderten am Wochenende zeitweise 140 Brandherde im Norden der griechischen Hauptstadt. Die Feuerfront war am Sonntag bis auf 15 Kilometer an die Vororte vorgedrungen. Nach Angaben des Europäischen Informationssystems für Waldbrände (EFFIS) zerstörten die Brände seit Samstag rund 21.000 Hektar Land. 150 Häuser wurden beschädigt.

Für die Menschen in den betroffenen Regionen ist die Situation allerdings zum Teil noch nicht viel besser geworden. Zahlreiche Einwohner klagen weiterhin über Atembeschwerden aufgrund von Rauchschwaden.

Rauchschwaden über Athen (Foto: Anna Krasilnikova)

Rauchschwaden über Athen

In der Nähe des Kleinhafens von Porto Germeno rund 70 Kilometer westlich von Athen brach ein neuer Waldbrand aus. Viele Einwohner flüchteten in Panik. Sie nahmen ihre Ziegenherden mit und brachten sie zur Küste. Die Küstenwache schickte drei Patrouillenboote, um im Ernstfall die Einwohner vom Meer aus zu retten. Auch auf den Inseln Euböa nahe der Hafenstadt Karystos, sowie auf Skyros und Zakynthos brannte es zuletzt noch.

Brandstiftung für Bauland

Menschen laufen mit Gepäck durch eine Straße im Athener Vorort Agios Stephanos (Foto: AP)

Viele Menschen wurden von den Flammen in die Flucht getrieben

Bürgermeister aus den Katastrophengebieten vermuten Brandstiftung als eine Ursache für die Flammen. Bodenspekulanten versuchten den Wald zu zerstören, äußerten sie gegenüber Medien. Wenige Monate oder Jahre nach den Bränden würden die Gebiete als Bauland freigegeben. Ein Politiker sprach von "Vetternwirtschaft".

Waldbrände sind in den Mittelmeerländern wegen hoher Temperaturen und starker Winde im Sommer keine Seltenheit.

Die bürgerliche Regierung in Athen hat unterdessen Entschädigungen für alle versprochen, die ihr Hab und Gut verloren haben. Dies teilte der griechische Regierungssprecher Evangelos Antonaros mit. "Wir werden Bilanz ziehen unmittelbar nachdem alle Brände gelöscht sind. Dann werden wir die Opfer entschädigen", sagte er im Radio.

Kritik von Umweltschützern

Die Umweltstiftung WWF warf indes Griechenland vor, beim Brandschutz versagt zu haben. "Griechenland hat nichts gelernt aus dem Katastrophensommer 2007", sagte die WWF-Waldexpertin Nina Griesshammer. Nach wie vor fehle ein flächendeckendes Netz von Wasserzugängen. Außerdem gebe es viel zu wenig Brandschutzschneisen.

Vor zwei Jahren waren bei verheerenden Feuern in Griechenland 77 Menschen ums Leben gekommen. (gri/qu/dpa/ap)

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