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Amerika

BP will das Öl-Leck stopfen

Die Aktion trägt die Bezeichnung "Top Kill": Unter diesem Stichwort will der Konzern BP erneut versuchen, das Bohrloch im Golf von Mexiko zu versiegeln und so eine weitere Ausbreitung der Ölpest dort zu verhindern.

Auf dem Wasser treibende Schmiere (Foto: AP)

Ölpest an der Küste von Louisiana

Frühestens am Mittwochmorgen (26.05.2010), möglicherweise aber auch erst Tage später will der Konzern nach eigenen Angaben damit beginnen, schwere Schlamm-Massen mit hohem Druck in die unablässig sprudelnde Quelle am Meeresboden zu pumpen. BP-Chef Tony Hayward sprach von einer 60- bis 70-prozentigen Erfolgschance. Man müsse jedoch realistisch in Betracht ziehen, dass eine solche Aktion in 1500 Meter Tiefe noch nie versucht worden sei.

Ölschäden an der US-Küste (Foto: AP)

Ölverseuchte Natur

"Wir werden jeden Tropfen beseitigen"

Bei dem "Top Kill"-Verfahren wird der Schlamm durch das tonnenschwere Sicherheitsventil gepumpt, das auf dem Bohrloch am Meeresgrund aufsitzt. Sollte die Aktion erfolgreich sein, kann die Ölquelle anschließend mit Zement versiegelt werden. BP-Manager Hayward betonte, sein Konzern trage die volle Verantwortung für die Ölpest und ihre Folgen. "Wir werden jeden Tropfen Öl beseitigen."

Protest gegen BP in den USA (Foto: AP)

Macht sich zunehmend unbeliebt: BP

Die US-Behörden versuchen unterdessen, den Druck auf BP zu erhöhen. Man werde dem Konzern im Nacken sitzen, bis der Job erledigt sei, erklärte Innenminister Ken Salazar. Die Regierung werde das Unternehmen zivilrechtlich und in jeder anderen notwendigen Weise zur Verantwortung ziehen.

Der zwischenzeitliche geäußerte Plan, BP die Federführung bei den Maßnahmen im Golf von Mexiko zu entziehen, ist allerdings nicht so einfach zu realisieren. Die US-Regierung verfüge weder über das notwendige Fachwissen noch über die erforderliche technische Ausrüstung, um das lecke Bohrloch in 1500 Metern Tiefe zu schließen, sagte der Chef der Küstenwache, Thad Allen. "Durch wen sollte BP ersetzt werden?" Er stehe regelmäßig in Kontakt mit BP-Chef Hayward, sagte Allen. Dieser verstehe sehr wohl, was von ihm verlangt werde und handle auch entsprechend.

Bereits mehr als 110 Kilometer Küste verseucht

Am 20. April war die von BP betriebene Bohrinsel "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko explodiert und wenig später gesunken. Seitdem strömen täglich mehrere 100.000 Liter Öl ins Meer und bedrohen die Küsten mehrerer US-Bundesstaaten. In Louisiana sind bereits mehr als 110 Kilometer des Küstenstreifens verseucht, wie Gouverneur Bobby Jindal bekanntgab. Der BP-Chef räumte inzwischen ein, dass der Schutz der Ufer nicht geglückt sei. "Ich fühle mich schrecklich dabei", so Konzernmanager Hayward.

Autor: Marko Langer (dpa, afp, apn)
Redaktion: Marion Linnenbrink

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