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Amerika

BP wechselt Hayward aus

Der britische Energiekonzern BP nimmt seinen umstrittenen Vorstandschef aus der Schusslinie: Tony Hayward zieht sich aus dem täglichen Krisenmanagement zur Bewältigung der Ölpest im Golf von Mexiko zurück.

Hayward mit Demonstranten (Foto: ap)

Tony Hayward zieht zurück

Das Management der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko übernehme Geschäftsführer Bob Dudley, sagte Aufsichtsratschef Carl-Henrik Svanberg am Freitag (18.06.2010) dem Sender Sky News. Offen blieb, ab wann Dudley die Geschäfte von seinem Vorgänger übernimmt. Hayward solle sich fortan stärker aus dem Hintergrund mit der Eindämmung der Ölpest befassen und die Folgeschäden minimieren.

"Andere Krise"

Hayward bei seiner Anhörung (Foto: ap)

"Ich weiß es nicht"

Svanberg wolle sich nun persönlich stärker um das Problem kümmern, nachdem es politische, finanzielle und rufschädigende Ausmaße angenommen habe. "Da sich dies nun in eine andersgeartete Krise verwandelt, komme ich ins Spiel", sagte er. "Solange wir diese Quelle nicht geschlossen haben, wird es viele Anlässe zur Kritik geben."

US-Medien hatten Hayward zum "Gesicht der Ölpest" erklärt. Zudem hatte Hayward am Donnerstag bei einer stundenlangen Anhörung im US-Kongress noch zahlreiche Abgeordnete zusätzlich verärgert, weil er viele Fragen nicht beantwortete. Immer wieder antwortete er mit Sätzen wie "Darüber weiß ich nichts", "Ich bin kein Ingenieur" oder "Ich war nicht an dem Entscheidungsprozess beteiligt".

Aus Russland verwiesen

Dudley auf einer Pressekonferenz 2008 (foto: ap)

Der Neue: Bob Dudley

Dudley ist seit 2009 geschäftsführender Direktor des Ölkonzerns. Zuvor hatte er das russisch-britische Gemeinschaftsunternehmen TNK-BP geleitet, der drittgrößte Öl- und Gasproduzent in Russland. Dudley wurden wegen eines andauernden Konflikts zwischen den beiden Haupteigentümern des Landes verwiesen.

Nach seinem Abgang dürfte sich der Fokus wieder auf die weiterhin defekte Ölquelle rund 60 Kilometer vor der Küste Louisianas richten. BP vermeldete, dass die beiden Entlastungsbohrungen, mit denen das Austreten des Öls vermutlich im August gestoppt werden könne, schneller voran kämen als gedacht. Die erste Bohrung sei bereits in drei bis vier Wochen abgeschlossen, sagte der Küstenwachen-Admiral Thad Allen.

Autor: Oliver Samson (ap, dpa, rtr)
Redaktion: Gerhard Friese

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