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Bücher

Boykott beim Israel-Preis

Der Streit um den Israel-Preis, die höchste Auszeichnung des Landes, eskaliert. Möglicherweise kann er in der Rubrik Literatur gar nicht verliehen werden, denn die Jury und mehrere Preisanwärter sind zurückgetreten.

Die Jury-Mitglieder haben sich zum Rücktritt entschlossen, nachdem sich Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in die Besetzung des Gremiums eingemischt hatte. Als Interrimsbildungsminister kann er über die Zusammensetzung der Jury entscheiden. Der Israel-Preis würdigt seit mehr als 60 Jahren besondere Leistungen und wird in mehreren Kategorien vergeben. Netanjahu hatte ein Veto gegen drei Preisrichter im Bereich Literatur eingelegt.

David Grossmann (Foto: apn Photo/Joerg Sarbach)

Schriftsteller David Grossmann

Er sprach sich gegen die Literaturprofessoren Avner Holtzman und Ariel Hirschfeld und den Produzenten Haim Scharir in der Jury aus. Der Regierungschef verteidigte seine Entscheidung auf Facebook: Mit den Jahren hätten "immer mehr Radikale, darunter auch Anti-Zionisten," Einzug in das Gremium gehalten. Die fünf verbleibenden Mitglieder nahmen daraufhin kollektiv ihren Hut. Der Schriftsteller David Grossman war für den diesjährigen Literatur-Preis nominiert. Er und mehrere andere Autoren kündigten jedoch an, den Preis zu boykottieren. Grossman sagte Medienberichten zufolge, Netanjahus Handeln habe die "Freiheit des Geistes, des Denkens und der Kreativität Israels verletzt". David Grossman gehört zu den bedeutendsten Schriftstellern Israels. Er wurde 2010 mit dem

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

ausgezeichnet. Der international renommierte Schriftsteller setzt sich seit Jahren unermüdlich für einen Frieden mit den Palästinensern ein. In Israel hat sich die politische Auseinandersetzung vor der Parlamentswahl am 17. März verschärft.

sd/ld (apf, dpa, Jüdische Allgemeine)

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