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Afrika

Bouteflika gewinnt Präsidentenwahl

Der algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika ist wiedergewählt worden - nach offiziellen Angaben mit mehr als 90 Prozent der Stimmen. Die Opposition zweifelt das Ergebnis an.

Algerischer Präsident Abdelaziz Bouteflika (Foto: AP)

Bouteflika ist alter und neuer Präsident von Algerien

Der Gewinner der Präsidentenwahl in Algerien steht fest: Amtsinhaber Abdelaziz Bouteflika sei mit 90,2 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden, teilte Innenminister Yazid Zerhouni am Freitag (10.04.2009) in Algier mit. Die Wahlbeteiligung lag demnach bei 74,5 Prozent.

Bouteflika-Anhängerin mit Wahlplakat (Foto: AP)

Anhänger des Präsidenten jubeln über das Ergebnis

Zweite wurde, weit abgeschlagen, mit 4,22 Prozent der Stimmen die Kandidatin der linksgerichteten Arbeiterpartei (PT), Louisa Hanoune. Ihr folgen Moussa Touati von der nationalistischen Algerischen Nationalen Front (FNA) mit 2,3 Prozent und der gemäßigte Islamist Djahid Younsi mit 1,4 Prozent. Zwei weitere Kandidaten kam auf Anteile von jeweils knapp unter einem Prozent. Die Wiederwahl Bouteflikas hatte schon vor der Wahl am Donnerstag als sicher gegolten.

Zweifel am Wahlergebnis

Die Opposition erklärte, dass sie das Ergebnis anzweifle. Viele Bewerber hätten gar nicht antreten dürfen, kritisierte sie. Außerdem seien schon früher Abstimmungen gefälscht worden. Die wichtigsten Oppositionsparteien, die Sammlungsbewegung für Kultur und Demokratie (RCD) und die Front der Sozialistischen Kräfte (FFS), waren nicht zur Wahl angetreten.

Präsident auf Versöhnungskurs

Wahlplakate (Foto: AP)

Im Wahlkampf war Bouteflika omnipräsent

Bei der Präsidentenwahl 2004 war Bouteflika mit 85 Prozent der Stimmen gewählt worden. Der 72-Jährige amtiert bereits zwei Amtszeiten als Präsident, seine Partei, die Nationale Befreiungsfront (FLN), ist seit der Unabhängigkeit des Landes 1962 an der Macht. Vergangenes Jahr wurde die Verfassung des Landes so geändert, dass eine dritte Amtszeit für Bouteflika möglich wurde. Vor der Wahl hatte er versprochen, die nationale Versöhnung voranzutreiben.

1992 hatte das algerische Militär eine Parlamentswahl abgebrochen, als sich ein Sieg der Islamischen Heilsfront (FIS) abzeichnete. In dem darauf folgenden Bürgerkrieg kamen rund 200.000 Menschen ums Leben. Bouteflika wird zugutegehalten, diese blutigen Auseinandersetzungen beendet zu haben. Er will allen Aufständischen eine Amnestie gewähren, die die Waffen niederlegen.

Vor und während der Wahl am Donnerstag kam es zu mehreren Terroranschlägen. Dabei wurden mindestens fünf Menschen getötet. (det/gri/ap/afp)

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