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Pressefreiheit

Botschafter besucht Deniz Yücel

Erst wurde er völlig abgeschirmt, dann durfte immerhin der Generalkonsul kommen. Jetzt ließen die türkischen Behörden auch den deutschen Botschafter zu dem inhaftierten Journalisten vor.

Der deutsche Botschafter in der Türkei, Martin Erdmann, hat erstmals den inhaftierten "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel im Gefängnis besucht. Das Gespräch in der Haftanstalt Silivri westlich von Istanbul dauerte rund eine Stunde, wie die deutsche Botschaft mitteilte. Yücel gehe es gut.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel forderte in einer ersten Reaktion erneut die Freilassung des Journalisten. Er begrüße, "dass unser Botschafter heute selbst mit Deniz Yücel sprechen und sich einen Eindruck von den Haftbedingungen machen konnte", sagte Gabriel in Berlin. "Das ändert nichts daran, dass wir zusammen mit seiner Frau, seiner Zeitung und seinen Kollegen ein zügiges und faires Verfahren einfordern und ihn endlich in Freiheit wissen wollen." Daran arbeite man weiter.

"Schwere Belastung"

Auch Staatsminister Michael Roth hatte zuvor bei einem Besuch im Generalkonsulat in Istanbul auf Yücels Freilassung gepocht. Der Fall sei eine "schwere Belastung" für die deutsch-türkischen Beziehungen, so Gabriels ranghöchster Mitarbeiter. Wolle die Türkei bei den laufenden Verhandlungen über eine Ausweitung der Zollunion mit der EU vorankommen, dann müsse sie auch zeigen, dass sie sich an gemeinsame Werte halte.

Nach der Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten im Februar hatte die türkische Regierung zunächst deutschen Diplomaten eine Besuchserlaubnis verweigert. Anfang April durfte dann der deutsche Generalkonsul in Istanbul, Georg Birgelen, erstmals Yücel treffen.

Vorwurf: Terrorpropaganda

Die Untersuchungshaft war Ende Februar verhängt worden. Die türkischen Behörden werfen Yücel Terrorpropaganda und Volksverhetzung vor. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan beschuldigte ihn öffentlich, ein Terrorist und deutscher Spion zu sein. Alle Appelle der Bundesregierung, den Journalisten freizulassen, waren bislang vergeblich. Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte befasst sich mit dem Fall.

jj/sti (dpa, afp)

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