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Aktuell Amerika

Boston: Tatverdächtiger nennt Bruder als Drahtzieher

Die mutmaßlichen Bombenleger von Boston hatten keine Komplizen - und die treibende Kraft soll der getötete Tamerlan Zarnajew gewesen sein. Aus den Verhören des überlebenden Bruders wurden erste Ergebnisse bekannt.

Der 19-jährige Dschochar Zarnajew schiebt die Hauptschuld auf seinen Bruder, der bei einer Verfolgungsjagd durch Polizeikugeln ums Leben gekommen war. Der mutmaßliche Attentäter vom Boston-Marathon habe den Ermittlern zu verstehen gegeben, dass der sieben Jahre ältere Tamerlan die treibende Kraft hinter der Planung und Ausführung gewesen sei, berichteten der Sender CNN und die "New York Times" unter Berufung auf Regierungsbeamte. Tamerlan habe mit dem Bombenanschlag den Islam verteidigen wollen.

Nach den Vernehmungen in einem Bostoner Krankenhaus handelten die Brüder bei dem Anschlag auf den Marathon vor einer Woche allein. Eine internationale Terrororganisation stecke nicht hinter der Tat, soll Dschochar Zarnajew beteuert haben.

Anklage erhoben - Todestrafe droht

Gegen ihn wurde inzwischen Anklage erhoben: Er muss sich vor einem Zivilgericht wegen des Gebrauchs von Massenvernichtungswaffen verantworten. Eine Richterin hatte dem durch mehrere Schusswunden Verletzten am Montag am Krankenbett die Anklageschrift verlesen. Ihm droht die Todesstrafe. Zarnajew soll für den Tod von drei Menschen und die Verletzungen von mehr als 260 weiteren zur Verantwortung gezogen werden. Während der Anklageverlesung sei Zarnajew "wach, mental aufnahmefähig und bei klarem Verstand" gewesen, gab Richterin Marianne B. Bowler zu Protokoll.

Am Montag war das erste der drei Bombenopfer beigesetzt worden. Nach jüngsten Angaben wurden durch das Attentat insgesamt 264 Menschen verletzt, knapp 50 werden noch in Kliniken behandelt.

SC/ml (rtr, dpa)

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