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Aktuell Amerika

Boston-Bomber verrät neue Terrorpläne

Die mutmaßlichen Bombenleger von Boston hatten weitere Anschläge geplant. Ihr nächstes Ziel sollte der belebte Times Square in New York sein. Nur ein leerer Tank ihres gestohlenen Autos verhinderte wohl Schlimmeres.

Der Times Square in New York (Foto: imago/CHROMORANGE)

Der Times Square in New York

Die beiden Brüder Tamerlan und Dschochar Zarnajew waren bereits auf dem Weg nach New York, um auch dort einen Anschlag zu verüben. Das habe der Überlebende der beiden der US-Bundespolizei FBI gestanden, sagte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg. Zu diesem Zweck hätten sie bereits weitere Bomben gebaut. Zarnajew wurde nach Angaben der US-Marschalls inzwischen in Gefängniskrankenhaus von Fort Devens im US-Bundesstaat Massachsetts verlegt.

Die Information über die Attentatspläne sei "eine schreckliche Erinnerung daran, dass wir Ziel für Terroristen bleiben", so Bloomberg weiter. New York prägen noch immer die Erinnerungen an die Anschläge vom 11. September 2001. Im Mai 2010 war die Stadt nur knapp einer Katastrophe entgangen, als ein aus Pakistan stammender US-Bürger am Times Square eine Autobombe deponiert hatte.

Großfahndung nach Tankstopp

Der New Yorker Polizeichef Ray Kelly sagte, die Brüder hätten den Plan für den Anschlag in der Finanzmetropole gefasst, als sie am Donnerstag vor einer Woche (18.04.2013) auf der Flucht mit einer Geisel in einem gestohlenen Auto in Boston umhergefahren seien. "Der Plan scheiterte, als sie bemerkten, dass das entführte Auto zu wenig Benzin hatte." Als sie tankten, sei der Autobesitzer aus dem Wagen geflüchtet und habe die Polizei alarmiert. Dies habe die Großfahndung ausgelöst, in deren Verlauf Tamerlan Zarnajew getötet und sein Bruder später verhaftet wurde.

Bei der Vernehmung im Krankenhaus erzählte der jüngere Bruder den Ermittlern den Angaben zufolge erst, dass das Duo für eine Party nach New York habe fahren wollen. Später habe er dann eingeräumt, dass sich die Brüder "spontan" den Times Square als Anschlagsziel ausgesucht hätten.

Vater glaubt an Unschuld seiner Söhne

Die Eltern der mutmaßlichen Attentäter weisen eine Schuld ihrer Söhne zurück. Der in der russischen Kaukasus-Republik Dagestan lebende Vater Ansor Zarnajew erklärte, dass er in die USA reisen wolle, "um alles aufzuklären". "Ich will meinen jüngsten Sohn sehen und meinen ältesten beerdigen", sagte er. Seine Frau habe noch nicht entschieden, ob sie ihn begleite. Die Mutter muss sich in den USA offenbar noch wegen eines Ladendiebstahls aus dem Jahr 2012 verantworten.

Die aus einer tschetschenischen Familie stammenden Zarnajew-Brüder sollen am Montag vergangener Woche den Doppel-Anschlag auf den Bostoner Marathon verübt haben, bei dem drei Menschen getötet und 264 verletzt worden waren. Gegen Dschochar Zarnajew eröffnete die US-Justiz ein Strafverfahren wegen des Gebrauchs einer Massenvernichtungswaffe. Dafür droht ihm die Todesstrafe.

fw/wa (afp, dpa, rtr)