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Europa

"Bosnier bereit für den Frieden"

Die NATO bereitet ein Ende des Militär-Einsatzes in Bosnien vor. Warum die Zeit dafür reif ist, erklärt der Chef der Friedenstruppe SFOR, Virgil L. Packett, im DW-WORLD-Interview.

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Weniger Soldaten in Bosnien

"Die Mehrheit der Bosnier sind eindeutig bereit für einen wirklichen Frieden", meint SFOR-Kommandeur Packett. "Sie haben gesehen, welche Folgen dieser schreckliche Krieg für die Wirtschaft und die Menschen gehabt hat und wie er Leben zerstören kann." Die Bürger Bosniens seien nach achtjährigem NATO-Einsatz zur Stabilisierung des Landes jetzt bereit ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen.

Packett, der das SFOR-Kommando im Oktober 2004 übernahm, sieht positive Anzeichen dafür, dass die NATO ihren Auftrag, für Sicherheit und Stabilität zu sorgen, erfüllt hat. "Es ist jetzt ganz klar, dass es nun Zeit für die NATO ist, sich zurückzuziehen, denn es scheint, dass das Umfeld sehr zuträglich ist für Fortschritte bezüglich der politischen Aspekte und der sozialen Aspekte wie auch der militärischen." Allerdings werde die NATO auch nach dem Ende der SFOR-Mission in Bosnien vertreten sein und beratend zur Seite stehen, fügte er hinzu.

Verteidigungsreform und Waffenabgabe

Als wichtigste Errungenschaft der vergangenen Jahre bezeichnete Packett die Verabschiedung der Verteidigungsreform in Bosnien, wodurch das Militär künftig von einem gemeinsamen Verteidigungsminister geführt werden könne. Auch die Abgabe von illegalen Waffen und Munition komme sehr gut voran, ergänzte der SFOR-Chef.

Packett lobte ausdrücklich die politische und militärische Unterstützung für den multinationalen SFOR-Einsatz: "Wir hatten wirklich enormen Rückhalt", sagte er. "Ich bin sehr zufrieden mit den politischen und militärischen Möglichkeiten. Wir haben was wir brauchen, um unsere Aufgabe zu erfüllen."

Geplante Truppenreduzierung

Die NATO-Friedenstruppe SFOR ist seit 1995 in Bosnien im Einsatz. Derzeit sind noch rund 12.000 Soldaten im Land stationiert, darunter auch 1.400 Bundeswehrsoldaten. Die Truppenstärke soll im kommenden Jahr jedoch deutlich reduziert werden.

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