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Fokus Osteuropa

Bosnien-Herzegowina: Minenräumung geht langsam voran

Eigentlich muss das Land bis 2009 alle Landminen räumen. Das ist aber nicht mehr zu schaffen. Nun ist die Frist um ganze zehn Jahre verlängert worden. Dafür hagelt es nun Kritik.

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Bosnien-Herzegowina wird es nicht gelingen, die mit dem Ottawa-Abkommen eingegangene Verpflichtung einzuhalten, die im Bosnien-Krieg 1992 bis 1995 gelegten Landminen wie ursprünglich vorgesehen bis Ende 2009 zu räumen. Offiziell ist Geldmangel schuld. Daher ist die Frist bis 2019 verlängert worden. Für die Menschen an der einstigen Frontlinie ist das viel zu lang. Die Menschen dort berichten über Verletzte und Tote, leben in ständiger Angst.

Landminen entschärft

Wo lauert die nächste Gefahr?

Fast 500 Minenopfer

Erst kürzlich ist im Save-Gebiet, einem der am stärksten verminten Gebiete des Landes, ein Mensch tödlich verunglückt. Mate Antic ist Minenräumer. Er schildert, wie schwierig sich die Bergung des Leichnams gestaltete: „Als wir den Körper herausgezogen haben, fanden wir noch Minenreste. Es handelt sich um eine besonders gefährliche Sorte von Minen, sagt Antic. Vor dieser Mine kann man sich nicht retten, sagt der Teamleiter der zuständigen Minenräumungsstelle in Sarajewo Man kann sie nicht einmal mit dem Minenräumer sicher auslösen, denn sie zerstört auch die Maschinen. Selbst mit Schutzanzug hat ein Minenräumer keine Chance“, sagt Kurtalic. Svjetlana Trifkovic von der staatlichen Agentur für Minenräumung sagt, dass in Bosnien seit 1996 insgesamt 1680 Menschen verunglückt sind, davon fast 500 tödlich. „In diesem Jahr wurden sechs Menschen durch Minen getötet, 17 wurden verletzt.“

Landminenopfer

Mit dem Leben davongekommen: Landminenopfer

Vorwürfe in Frage gestellt

Symbolbild Minen Landminen Minenräumung

Minenräumung erst der zweite Schritt

Die Agentur „Landmine Monitor“ verfolgt die Umsetzung von Anti-Personenminen-Abkommen. Im jüngsten öffentlichen Bericht heißt es, Bosnien-Herzegowina unternehme nicht genug, um die Minen zu räumen. „Trotz ausreichender Mittel werden in Bosnien jährlich nur drei Quadratkilometer in verminten Gebieten geräumt, was unannehmbar ist.“ Svjetlana Trifkovic behauptet dagegen, dass diese Angaben fraglich sind. „Es gibt zwei Methoden der Minenräumung. Eine ist die technische Erkundung und die andere die Räumung. Beides sind Minenräummethoden, und wenn man beide Methoden zusammenrechnet, werden in Bosnien zwischen 10 und 15 Quadratkilometer geräumt. Im Bericht wird nur eine Methode genannt, und zwar die reine Räumung, was unvollständig ist“, so Trifkovic. Den Opfern der Minen werden solche Rechenexempel nicht weiterhelfen.

Autoren: Samir Huseinovic / Mirjana Dikic

Redaktion: Birgit Görtz

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