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Aktuell Welt

Bosnien-Herzegowina landet auf der "Liste der Schande"

Sexuelle Gewalt im Krieg ist bitterer Alltag in Krisenherden in Afrika, Asien und Lateinamerika. In ihrem jüngsten Bericht über derartige Gewalttaten rügen die Vereinten Nationen aber auch ein europäisches Land.

Auf einer "Liste der Schande" findet sich zusammen mit 20 anderen Staaten auch Bosnien-Herzegowina. In diesen Ländern werden nach Angaben der Vereinten Nationen Frauen, aber zum Teil auch Männer, Opfer von sexueller Gewalt, die gezielt als Waffe eingesetzt wird. Bosnien-Herzegowina ist das einzige Land aus der westlichen Welt, das der Bericht erwähnt. Die anderen Länder befinden sich vor allem in Afrika und Arabien.

Die Verfasser des UN-Berichts kritisieren Bosnien-Herzegowina heftig wegen seines Umgangs mit sexueller Gewalt während des Bürgerkriegs von 1992 bis 1995. Obwohl es noch 20.000 Opfer von Vergewaltigungen gebe, komme die Aufklärung nur schleppend voran, schreiben sie. "Das hat auch damit zu tun, dass viele der mutmaßlichen Täter heute in einflussreichen Positionen innerhalb des Staates sind, gerade auch in der Polizei." Die Vereinten Nationen sehen allerdings auch "fehlenden politischen Willen". Lediglich in 200 Fällen sei seit 1995 Anklage erhoben worden, davon seien nur 29 zu einem Abschluss gekommen.

Mali und Südsudan besonders betroffen

Der für Generalsekretär Ban Ki Moon erstellte Bericht führt in den 21 Staaten 34 Gruppen an, die sexuelle Gewalt als Druckmittel nutzten. Allein jeweils vier werden in Mali und im Südsudan genannt, drei für die Zentralafrikanische Republik und den Kongo. In Syrien sind es zwei: "Regierungstruppen, einschließlich Armee und Geheimdiensten" und "Teile der bewaffneten Opposition".

Die UN gehen davon aus, dass nur die wenigsten Fälle von sexueller Gewalt bekanntwerden, weil sich die Opfer schämen und weiter vor den Tätern fürchten. Allerdings sei die Weltöffentlichkeit gegenüber derartigen Kriegsverbrechen inzwischen sehr sensibel. Die "Liste der Schande" habe geholfen, dass derartige Vergehen nicht mehr als Episode des Kampfes ignoriert werden.

kle/sc (dpa, www.un.org)

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