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Wirtschaft

Bosch bastelt an künftiger Ausrichtung

Mit neuem Firmenchef bastelt der weltgrößte Autozulieferer Bosch an seiner künftigen Strategie. Dabei spielt das Internet eine entscheidende Rolle.

Ein Mitarbeiter baut in Leinfelden-Echterdingen (Baden-Württemberg) im Werk des Elektrowerkzeughersteller Bosch einen Schlaghammer (Foto: dpa)

Bosch Werk in Leinfelden-Echterdingen

Technische Geräte würden in Zukunft über das Internet selbstständig mit ihrer Umwelt kommunizieren, sagte Volkmar Denner, der zum 1. Juli den Vorsitzenden der Geschäftsführung, Franz Fehrenbach, ablöst, am Donnerstag in Gerlingen bei Stuttgart. "Dafür schaffen wir bereits die erforderlichen Voraussetzungen", sagte Denner weiter. Eine wesentliche Rolle spiele hierbei das Software- und Systemhaus bei Bosch, das in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden soll. Bis zum Jahr 2015 soll dort die Mitarbeiterzahl von derzeit 450 auf 1.000 Beschäftigte steigen.

Die Wachablösung an der Unternehmensspitze hatte Bosch Ende März mitgeteilt. Fehrenbach, der seit neun Jahren an der Bosch-Spitze ist, wechselt zum 1. Juli in den Aufsichtsrat und übernimmt dort auch die Leitung. Seine Position übernimmt der 55-jährige Geschäftsführer für Technik und Entwicklung, Denner. Er "befasst sich seit einigen Jahren intensiv mit dem dynamischen technologischen Wandel und den Chancen, die sich für Bosch durch verstärkt internetfähige Dienste und Lösungen bieten, wie zum Beispiel bei der Vernetzung des Autos", hieß es vom Unternehmen.

Forschung undEntwicklung

Zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle investiert Bosch zudem massiv in Forschung und Entwicklung. Mehr als vier Milliarden Euro will Bosch 2012 für Forschung und Entwicklung ausgeben sowie mehr als drei Milliarden Euro für Sachanlagen. Das Unternehmen beabsichtigt bis zum Jahresende 43.000 Forscher und Entwickler zu beschäftigen, das wären den Angaben nach rund 4.500 mehr als noch zu Beginn des Jahres. Insgesamt hat der Technologikonzern inzwischen mehr als 300.000 Mitarbeiter.

Doch der Umbau kostet. Erhebliche Vorleistungen für Zukunftsfelder wie die Elektromobilität oder erneuerbare Energien haben nach Firmenangaben das operative Ergebnis 2011 erheblich belastet. Es ging von 3,5 Milliarden Euro im Vorjahr auf 2,6 Milliarden Euro zurück. Als weitere Gründe für den Rückgang nannte Bosch erhöhte Rohstoffpreise, Wechselkurseffekte sowie eine Sonderabschreibung von 560 Millionen Euro im Geschäftsbereich Solarenergie.

Der Umsatz stieg um neun Prozent auf 51,5 Milliarden Euro. Bosch hatte schon bei der Vorstellung der vorläufigen Zahlen im Januar darauf hingewiesen, dass das operative Ergebnis bei etwa fünf Prozent vom Umsatz und damit unter dem eigenen Anspruch von sieben bis acht Prozent liege. Der Konzern sei mit dem Ergebnis aber weitgehend zufrieden, sagte Fehrenbach damals.