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Filme

"Borg/McEnroe": Legendäres Tennis-Finale im Kino

"Borg/McEnroe" heißt der aktuelle Film des Dänen Janus Metz, der das legendäre Wimbledon-Duell der beiden Tenniscracks von 1980 nachzeichnet. In die Liste der besten Sportfilme aller Zeiten schafft er es jedoch nicht.

Tennis-Dramen gibt es bisher kaum. Im Gegensatz zu Boxer-Dramen, Fußballfilmen oder Leinwandepen über den Rennsport haben es Filme über den weißen Sport nicht in die Kinos geschafft. Bis jetzt: In diesem Jahr kommen gleich zwei große Spielfilme zum Thema Tennis in die Kinos. Beide feierten beim Festival in Toronto im September Premiere. "Borg/McEnroe" startet jetzt (19.10.2017) in den deutschen Lichtspielhäusern, "Battle of the Sexes" folgt Ende November (23.11.2017).

Das Duell zweier völlig unterschiedlicher Charaktere

In "Borg/McEnroe" zeichnet der dänische Regiedebütant eines der legendärsten Tennis-Matches in der Geschichte dieses Sports nach. Im Sommer 1980 hatten es der schwedische Rasenkönig Björn Borg und der amerikanische Aufsteiger John McEnroe ins Finale des bedeutendsten Tennisturniers der Welt geschafft. Borg und McEnroe wechselten sich zu dieser Zeit an der Spitze der Tennisweltrangliste regelmäßig ab. Borg hatte Wimbledon bereits viermal gewonnen, 1980 würde der fünfte Triumph in Folge sein. Auf der anderen Seite des Netzes stand John McEnroe, eines der größten jüngeren Talente des Sports.

Filmstill Borg/McEnroe (Courtesy of TIFF)

Rivalen auf dem Center Court: John McEnroe und Björn Borg

Borg und McEnroe waren aber mehr als nur zwei sehr erfolgreiche Tennisspieler. Beide verkörperten zwei völlig unterschiedliche Charaktere - im Leben wie im Sport. Der Schwede war ein ungeheuer diszipliniert auftretender Sportler von unterkühlter Strenge. Ende der 1970er-Jahre war er einer der größten Sportstars der Welt überhaupt, hatte Tennis auf eine andere Ebene gehoben. Borg war Pop, eine Ikone seiner Zeit - mit Fans in allen Erdteilen, weit über das Tennisspiel hinaus.

Dramatisch zugespitzte Story

Der jüngere John McEnroe stand dagegen erst am Beginn seiner Karriere - und wurde zum großen Herausforderer. Auch, weil der US-Amerikaner für all das stand, was Björn Borg nicht hatte: Leidenschaft, zumindest nach außen getragene Emotionen, Aggressivität, ein wildes und oft auch disziplinloses Auftreten. Das fing bei der unkonventionellen Kleidung an, setzte sich bei der wilden Haarpracht fort und gipfelte in für viele Fans des feinen Tennis-Sports schockierend ungezügelten Auftritten. Auch auf dem Platz. Die Disziplinarstrafen für den Amerikaner sind Legende.

Borg und McEnroe nach dem Finale von 1980 (Getty Images/AFP/J. Forsell)

So sahen die Originale aus: Borg und McEnroe nach dem Finale von 1980

Regisseur Janus Metz hat für seine beiden Sporthelden überzeugende Darsteller gefunden, Borg wird von Sverrir Gudnason gespielt, McEnroe von Shia LaBeouf. Dramaturgisch steuert der Film auf das berühmte Finale von 1980 hin, unterbrochen von zahlreichen Rückblenden, die das frühere Leben, die Jugend und Kindheit, der späteren Stars beleuchten. Wobei der Däne Metz dem Schweden Björn Borg eindeutig mehr Raum in seinem Film gibt.

Kampf der Geschlechter: "Battle of Sexes"

Kaum vorstellbar, dass man sich in zwei oder drei Jahrzehnten mit ebensolcher Inbrunst einmal den Tennisstars von heute widmet. Roger Federer und Rafael Nadal, die dominierenden Spitzenstars der letzten Jahre, gelten als Freunde und beglückwünschen sich nach gemeinsamen Spielen gegenseitig. Der sportliche und menschliche Gegensatz bei Borg und McEnroe war ein ganz anderer, auch deshalb eignet er sich heute gut für einen dramatisch zugespitzten Spielfilm.

Filmstill - Battle Of The Sexes 2017 mit Szene nach einem Tennisspiel - Spieler am Netz (picture-alliance/ZUMAPRESS/Fox)

Frau gegen Mann auf dem Platz: "Battle of the Sexes"

Ein Drama ganz anderer Art kommt auf die deutschen Kinozuschauer in ein paar Wochen zu. "Battle of the Sexes" arbeitet ein Kapitel des Sports auf, das sich sieben Jahre vor dem legendären Wimbledon-Endspiel zwischen Borg und McEnroe abgespielt hatte. Die damals beste Tennisspielerin der Welt, Billie Jean King, ließ sich zu einem Duell der Geschlechter überreden. Ihr Gegner damals, der frühere Wimbledon-Sieger Bobby Riggs.

Oscarpreisträgerin Emma Stone glänzt als Martina Navratilova

"Battle of Sexes" zeigt ein Zeitbild der 1970er-Jahre, in dem es weniger um sportliche als um gesellschaftliche Veränderungen geht. Für die meisten Experten, die beide Filme gesehen haben, ist "Battle of Sexes" mit Oscarpreisträgerin Emma Stone (als Billie Jean King) und Steve Carell (als Bobby Riggs) der bessere Film. Doch anders als im Sport, wo nackte Ergebnisse zählen, lässt sich darüber natürlich streiten. Fest steht zumindest, dass das Genre Sportfilm im Jahre 2017 um zwei sehr interessante Werke bereichert worden ist.

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