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Migration

Boot mit mehr als hundert Flüchtlingen gekentert

Im Mittelmeer hat sich wohl eine neue Tragödie ereignet. An Bord eines gekenterten Bootes sollen mehr als 100 Menschen gewesen sein. Geborgen wurden vier Überlebende und acht Leichen. Die Suche nach Vermissten dauert an.

Das Unglück ereignete sich nach Informationen der Nachrichtenagentur Ansa etwa 48 Kilometer vor der libyschen Küste. Nach Angaben der italienischen Küstenwache wurden bis zum späten Samstagnachmittag vier Überlebende und acht Leichen aus dem Mittelmeer geborgen. An Bord des gekenterten Bootes seien rund 110 Menschen gewesen, schrieb der Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Flavio Di Giacomo, auf Twitter. 

Die Suche geht weiter

Nach Angaben eines Sprechers der Küstenwache wurde die Suche nach den Vermissten auch nach Einbruch der Dunkelheit und trotz schlechter Wetterbedingungen fortgesetzt. An ihr seien neben einem Schiff und einem Flugzeug der EU-Grenzschutzagentur Frontex zwei Handelsschiffe sowie ein italienischer Hubschrauber beteiligt.

Erst am Freitag waren bei mehreren Einsätzen unter Leitung der italienischen Küstenwache 550 in Seenot geratene Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet worden. Von einem Flüchtlingsboot wurden zudem zwei Leichen geborgen. 

Leichen an spanischen Stränden entdeckt

Auch an mehreren Stränden von Spaniens Mittelmeerküste wurden seit Freitagabend die Leichen von sechs weiteren Flüchtlingen entdeckt. Laut einem Sprecher der spanischen Seerettung stammten die Opfer vermutlich aus Ländern südlich der Sahara.

IOM zufolge starben in den ersten zehn Tagen des Jahres bereits 13 Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer, 1159 Flüchtlinge erreichten die Küsten. Für 2016 verzeichneten die Hilfsorganisationen einen traurigen Rekord: 5000 Menschen starben bei der gefährlichen Überfahrt nach Europa auf meist seeuntauglichen Booten.

pg/ww (dpa, afp)