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Wirtschaft

Boot 2010 – die Branche hofft auf guten Wind

Rund 25 Prozent weniger Umsatz haben die deutschen Yacht- und Bootsbauer 2009 gemacht. Zum Ende des Krisenjahres allerdings hat die Branche wieder leichten Aufwind bekommen.

Luxusyacht (Foto: DW)

Eleganz und Luxus auf der "boot 2010"

Dass selbst 20 Meter lange Motoryachten vergleichsweise winzig wirken können, das ist auf der Düsseldorfer "boot 2010" (23.-31.1.2010) zu sehen: In Halle 6 steht das größte Schiff der diesjährigen Wassersportmesse. Die Superyacht ist 37 Meter lang, knapp acht Meter breit, 180 Tonnen schwer und kostet etwas über 10 Millionen Euro. Aber: es gibt nicht nur Boote für Superreiche. Unter 10.000 Euro sind die ersten Segelboote mit Kajüte auf dem Markt und Faltboote mit Solarbetrieb zu haben. Die Messe will in diesem Jahr ein breiteres Publikum ansprechen, vor allem junge Menschen. Und so locken neue Aktionen, selbst aufs und ins Wasser zu gehen. Das kommt beim Publikum an.

Ein bißchen Luxus - man gönnt sich ja sonst nichts!

Innenraum einer Luxusyacht mit Sitzgelegenheit und Bett aus weißem Leder (Foto: DW)

Mit Komfort über die Weltmeere

Auf der diesjährigen "boot" liegt das Fernweh ja so nah! Die luxuriösen und komfortablen Yachten laden geradezu ein, auf große Fahrt zu gehen - wenn man es sich denn leisten kann. In Halle 5 beispielsweise glänzt eine etwa 13 Meter lange, blau-lackierte Motoryacht. Schon wähnt sich der Besucher in südlichen Gefilden. Diese Yacht gehört einfach ins Mittelmeer oder in die Karibik! Es ist ein Liebhaberboot, sagt Uschi Woebel, Geschäftsführerin und zugleich Werftleiterin der Performance Marine, eines Familienunternehmens aus dem norditalienischen Porlezza. Performance Marine statte seine Boote nach den individuellen Wünschen seiner Kunden aus: "Es fängt an bei der Außenlackierung und hört auf bei der Farbe des Fadens von den Polstern", sagt Woebel.

Cockpit einer Luxusyacht der Performance Marine (Italienischer Schiffbauer) auf der boot 2010 in Düsseldorf

Mit aller Kraft voraus...

An Deck befinden sich natürlich die Sonnenliegen, sie sind aus Kunstleder. Das Cockpit, oder wie Uschi Woebel sagt, die Instrumententafel, gibt unter anderem einen nicht gerade dezenten Hinweis darauf, dass diese Yacht dreimal 425 PS-stark ist. Von innen: Wohnlichkeit und Eleganz. Edelholz-Tische und Betten aus feinstem hellem Leder. Und wer sind die Kunden? Uschi Woebel: "Auf jeden Fall sind es Menschen, die sehr auf Individualität achten. Es ist nicht unbedingt der Otto-Normalverbraucher. Es sind schon Leute, die ein hochwertiges Produkt haben wollen, aber das auch individuell gestalten wollen". Der Preis richtet sich nach den Kundenwünschen und liegt auf jeden Fall über 200 000 Euro.

Segeln liegt weiterhin im Trend

In mehreren Hallen auf der "boot 2010" zeigt sich, dass der Trend zum sportlichen Segeln weiterhin anhält. So gibt es beispielsweise die Dayracer 29 zu bestaunen. Die Yacht ist knapp neun Meter lang und hat eine Segelfläche von über 47 Quadratmetern. Unter Deck bietet die kleine Rennyacht sogar einen Salon und Übernachtungsmöglichkeiten. Ein Beispiel von vielen.

Mit Bootsführerschein zugleich fliegen

Luftkissenboot Shark XR - Prototyp (Aerstorm GmbH) auf der boot 2010 in Düsseldorf (Foto: DW

Ein Boot zum Fliegen

Ein Blickfang ganz anderer Art in Ferrari-Rot ist ein Luftkissenfahrzeug mit riesigen Antriebspropellern. Ein Prototyp, der sich Shark XR nennt. Damit ist auch ein Gleitflug in einer Höhe von einem halben Meter möglich. Mit Bootsführerschein also zugleich fliegen. Geschäftsführer Jürgen Storl von der Firma Aerstorm sagt, Shark sei eben vielseitig einsetzbar. Beispielsweise als Wassertaxi, im Tourismus, für die Rettung oder auch für militärische Einsätze. "Und überall da, wo es Personen zu transportieren gibt - über Wasser und teilweise eben auch wo es flach ist, über Land. Das Gerät kann über das Ufer fahren und über Sümpfe", so Storl. Sieben Jahre habe die Entwicklung gedauert, Die Kosten: rund 120 000 Euro.

Apropos Kosten: auch dafür sind auf der "boot" Ansprechpartner zu finden. Beispielsweise die private AKF-Bank. Ein Marinefinanzierer, wie Geschäftsführer Martin Mudersbach sagt: "Vornehmlich arbeiten wir mit den Bootsbauern, den Herstellern und den Händlern zusammen und bieten ihnen die Absatzfinanzierung für ihre Yachten an". Und das bedeute: wenn ein Kaufinteresse bestehe, dann bestehe in der Regel auch ein gewisses Finanzierungsinteresse. Nicht zu hundert Prozent, aber vielfach zu 50 oder 60 Prozent. Kurzum: Auch in wirtschaftlich angespannten Zeiten muss ja nicht unbedingt auf die Traumyacht verzichtet werden!

Autorin: Monika Lohmüller

Redaktion: Rolf Wenkel



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