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Architektur

Bonns "Rockefeller Center" gesprengt

Am Sonntag wurde im ehemaligen Regierungsviertel das Bonn-Center gesprengt. Als das 18-stöckige Gebäude vor genau 50 Jahren geplant wurde, zog man Vergleiche bis hin zum Rockefeller Center in New York.

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Bonn-Center: Spektakuläre Sprengung

Um Punkt 11 Uhr war es soweit: Mit 250 Kilogramm Dynamit wurde das Bonn-Center in Schutt und Asche gelegt. Die Sprengung wurde monatelang vorbereitet und war ein wahrer Publikumsmagnet. Das Gebäude wurde in mehreren Intervallen gesprengt. Zunächst waren Erdgeschoss und erstes Stockwerk an der Reihe, dann das Treppenhaus - bis der Bau schließlich vertikal in sich zusammenbrach.

Das 60 Meter hohe Bonn-Center, ein Geschäftskomplex mit Hotel, sollte Ende der 60er Jahre weltstädtischen Glanz in die damalige Bundeshauptstadt bringen. Kurz vor der Eröffnung 1969 besuchte der frischgebackene Bundeskanzler Willy Brandt zusammen mit seinem Sohn Matthias das Gebäude. Man zog sogar Vergleiche zum Rockefeller Center in New York.

Bonn - Bonn-Center (picture-alliance/dpa)

1969 wurde der Bonn-Center eröffnet

Heute kann kaum noch jemand nachempfinden, dass man den monotonen Kasten einmal mit Metropolen-Flair verband. Doch so war es damals. Hochbau und vielspurige Straßen standen für Urbanität. 

Nach seiner Eröffnung 1969 zählte das Bonn-Center zu den ersten Adressen in Bonn, in den oberen Stockwerken befand sich viele Jahre lang das Steigenberger Hotel, Ende der 80er zog das Pantheon-Theater ins Kellergeschoss. Doch im Lauf der Jahrzehnte gab es immer mehr Leerstand - bis das Gebäude schließlich an einen Investor verkauft wurde. "Ursprünglich sollte mit diesen Bauten eine Art Zentralität hergestellt werden, aber das ist eben nicht gelungen", sagt Stephan Berg, Direktor des Kunstmuseums Bonn. 

Deutschland Bonn DHL Gebäude (DW/L. Sanders)

Im Bundesviertel befindet sich neben dem Post Tower auch der Sitz der DW (rechts)

Gleichwohl ist das wirtschaftlich boomende Bundesviertel mit dem Post Tower, der Museumsmeile und dem UN-Campus Bonns ganzer Stolz. Auf dem UN-Gelände rund um das frühere Abgeordneten-Hochhaus Langer Eugen sitzt zum Beispiel das UN-Klimasekretariat, das die Umsetzung des Pariser Abkommens koordiniert. "Wir wollen den Standort in diese Richtung weiterentwickeln, und da ist eine unheimliche Dynamik drin", schwärmt Planungsdezernent Helmut Wiesner.

An der Stelle des Bonn-Centers soll ein neues Bürogebäude entstehen, das nach dem Bebauungsplan mit bis zu 100 Metern sogar noch höher werden darf. Die Hauptstadt der alten Bundesrepublik hat sich nach Überzeugung von Planungsdezernent Wiesner neu erfunden. Dass das Bonn-Center einst mit dem Rockefeller Center verglichen wurde, findet allerdings auch er ein bisschen komisch. Gleichzeitig aber verwendet er für die Bonner Rheinaue selbstverständlich die Formulierung "der Central Park von Bonn".

is/ks (dpa, wdr)

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