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Musik

Bonner Beethoven-Klavierwettbewerb wird interaktiv

Erstmalig werden alle Konzerte der “International Telekom Beethoven Competition Bonn" online im Video-Livestream übertragen. Neben dem Jury-Votum können Nutzer weltweit für ihre Favoriten abstimmen.

Ludwig van Beethoven, ein Wahrzeichen der Stadt Bonn, gilt als einer der größten Komponisten aller Zeiten. Unzählige Pianisten haben seine Stücke gespielt und neu interpretiert.

In ihrer Vielseitigkeit und Komplexität - aber auch in ihrer Emotionalität und Elan - bietet Beethovens Musik für viele Pianisten einen guten Maßstab, das eigene Können unter Beweis zu stellen und sich mit anderen zu messen. So auch bei der "International Telekom Beethoven Competition Bonn" (ITBCB). Der Klavierwettbewerb wird seit 2005 alle zwei Jahre ausgetragen und feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum.

Vier Runden bis zum Titel

Am 3. Dezember bildet das "Welcome Concert" in der Bonner Zentrale der Deutschen Telekom den Auftakt; es spielt der ehemalige ITBCB-Preisträger Jingge Yan aus China. Am folgenden Tag treten dann 22 Pianisten aus 11 Ländern gegeneinander an. Dem Gewinner oder der Gewinnerin winken Anerkennung und Prestige sowie ein Preisgeld von 30.000 Euro. Die sieben weiblichen und 15 männlichen Teilnehmer im Alter von 18 bis 32 Jahren kommen aus Österreich, Schweden, Deutschland, Italien, Kroatien und Kanada; den USA und Russland sowie aus Südkorea, Japan und China.

Ausgewählt wurden sie vom Juryvorsitzenden Pavel Gililov, einem russischstämmigen deutschen Pianisten, sowie von den Jurymitgliedern Professor Andreas Frölich und Professor Jacob Leuschner. Beide sind Dozenten an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln.

Über insgesamt vier Runden geht der Wettbewerb. Gespielt werden vor allem Stücke aus dem Werkskanon von Beethoven; die Werke sind größtenteils festgelegt. In einer Runde dürfen die Pianisten jedoch frei aus dem Werkskanon vorgegebener Komponisten wie Johannes Brahms, Franz Liszt, Franz Schubert, Béla Bartók oder Arnold Schönberg wählen. Eine weitere Vorgabe lautet "Ein zeitgenössisches Werk, welches nach 1980 komponiert wurde, nach freier Wahl". Im Finale am 12. Dezember bleiben drei Teilnehmer übrig, die um den ersten Platz wetteifern.

Ein weiterer Programmpunkt bildet "Das A bis Z eines Pianisten", ein Vortragsabend mit dem Starpianisten Alfred Brendel zum Thema Klavier.

Alle Konzerte im Live-Stream

Der internationale Anspruch des ITBCB zeigt sich nicht nur in der Herkunft der Künstler, sondern auch in der Möglichkeit, die Wettbewerbsrunden und -konzerte weltweit zu verfolgen. Dabei entscheidet nicht allein die Jury über den Erfolg. Auch das Publikum kann im Konzertsaal oder zu Hause

per Internet

abstimmen. Während der ersten beiden Runden kann das Publikum unabhängig von der Jury seine Favoriten in die nächste Runde wählen. Ab dem Halbfinale entscheidet dann allein die Jury über das Weiterkommen der Musiker.

Bis zum Finale kann das Publikum zusätzlich für den Gewinner des Beethoven-Haus-Preises abstimmen. Neben 1.000 Euro Preisgeld und einer Beethoven-Bronzebüste bietet dieser Preis die Möglichkeit, im Bonner Beethoven-Haus aufzutreten. Vom Saalpublikum wird ebenfalls die "Beste Interpretation eines Klavierkonzerts im Finale" bestimmt.

Die letzte Preisträgerin Soo-Jung Ann mit dem Jury-Präsidenten pavel Gililov. Foto: Dan Hannen

Die letzte Preisträgerin Soo-Jung Ann beim Finale

Wettbewerb als Türöffner

In den ersten fünf Jahrgängen des Bonner Klavierwettbewerbs waren Musiker und Musikerinnen aus asiatischen Ländern überdurchschnittlich stark unter den Gewinnern vertreten. 2005 gewann der Finne Henri Sigfridsson, 2007 Ian Yungwook Yoo aus Südkorea, 2009 der aus Uelzen in Niedersachsen stammende Hinrich Alpers, 2011 der Chinese Jingge Yan und zuletzt Soo-Jung Ann, eine ebenfalls aus Südkorea stammende Pianistin. Die meisten Preisträger hatten bereits vor dem ITBCB nationale und internationale Preise gewonnen. Ob der Gewinn in Bonn den konkreten Startschuss für eine internationale Karriere war, ist nicht immer genau erkennbar.

Laut Meinung des Cellisten Johannes Moser, der den renommierten Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau 2002 gewann, gehören Musikwettbewerbe unumgänglich zu einer erfolgreichen Musikerlaufbahn. In einem

Gespräch mit Deutschlandradio Kultur

sagte er, ″Es ist ganz schwierig, in den Zirkel von konzertierenden Musikern eingeladen zu werden ohne einen Wettbewerbspreis. Letztendlich ist aber der Wettbewerb nur ein Türöffner. Die eigentliche Arbeit beginnt, nachdem man gewonnen hat. Der Preis ist also der Startpunkt.”

Wie viele dieser “Startpunkte” es gibt, zeigt eine Karte auf der

Homepage der “World Federation of International Music Competitions”

, in der über 120 der weltweit renommiertesten Musikwettbewerbe vertreten sind. Auffälig dabei ist, wie sehr Europa als Austragungsort dominiert, während beispielsweise in den USA eher wenige internationale Wettbewerb zu finden sind.

Seit 2012 ist das Beethovenfest Bonn mit der Organisation und Durchführung der International Telekom Beethoven Competition betraut; zu den Medienpartnern des Wettbewerbs gehört die Deutsche Welle, die auf diesen Seiten im Blogformat über den Fortlauf des Musikwettbewerbs berichten wird.

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