1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Studium

Bonn: Winterschool für türkische Studierende

Drei Tage volles Programm: Studierende der Bahçeşehir Universität aus Istanbul lernten bei ihrem Besuch der DW Akademie das deutsche Mediensystem kennen und probierten sich in journalistischen Workshops aus.

Türkische Studierende während der Winterschool in der DW Akademie in Bonn (Foto: DW Akademie/Charlotte Hauswedell).

Eigenen Radio-Beitrag produzieren: türkische Studierende während der Winterschool in der DW Akademie in Bonn

"I love you, Mister Schmidt" - Merve strahlt über das ganze Gesicht, macht noch schnell ein Selfie mit ihrem Smartphone von sich und Professor Christoph Schmidt, dem Wissenschaftlichen Leiter der DW Akademie, und federt dann flugs zurück zu ihrem Platz. Stolz hält die 22-Jährige ihr Teilnahmezertifikat in der Hand. Drei Tage Winterschool in der DW Akademie in Bonn liegen hinter ihr und 24 weiteren Studierenden der Bahçeşehir Universität aus Istanbul.

Es waren spannende und vollgepackte Tage, in denen die Studierenden viel geboten bekamen und sich gleichzeitig sehr gut einbringen konnten. Der erste Tag startete mit einem Vortrag von Professor Schmidt über das deutsche Mediensystem mit anschließender Gruppenarbeit. Bei einer Führung durch die Deutsche Welle lernten die Studierenden die Geschichte des Hauses und das türkische Programm der DW kennen. "Deutscher Auslandssender", "Verbreitung liberaler Werte wie Meinungs- und Pressefreiheit", "Berichterstattung in dreißig Sprachen" - das waren die Schlagworte, die die türkischen Studierenden in den drei Tagen des Öfteren hörten.

Einander kennenlernen

Teilnehmer der ersten Winterschool von DW Akademie und Bahçeşehir Universität (Foto: DW Akademie/Charlotte Hauswedell).

Willkommen in Bonn: Teilnehmer der ersten Winterschool von DW Akademie und Bahçeşehir Universität

Allerdings waren es nicht nur Vorlesungen über das deutsche und türkische Mediensystem, zu journalistischen Ausbildungsmöglichkeiten in Deutschland oder weltweite Auswirkungen von Advertising, die das Programm der Winterschool prägten. Im Mittelpunkt des Workshops standen vor allem praktische Übungen und Gruppendiskussionen: Warum es in Deutschland Rundfunkgebühren gebe, wollten die Studierenden wissen. Solch eine "Steuer" wäre in der Türkei unvorstellbar, so die Studierenden um Professor Kemal Süher. Dieser wusste zu berichten, dass sich die staatlichen Rundfunkanstalten in ihrem Bildungsauftrag ähnelten, ansonsten aber stark unterschieden. Während der staatliche türkische Sender TRT eher eine Nischenrolle einnimmt, haben die deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF allein durch ihre riesigen Geldmittel einen enormen Einfluss. Staatliche Sender als "Big Player" im nationalen Medienmarkt? Eine große Überraschung für die Studierenden!

Aber genau solche Überraschungsmomente machten die drei Tage der ersten Winterschool von Bahçeşehir Universität und DW Akademie so spannend: Unterschiede erkennen, Gemeinsamkeiten herausarbeiten. Dabei blühten die Studierenden bei den journalistischen Grundübungen besonders auf. "Ich möchte später unbedingt zur Deutschen Welle", sagte Gözdenur. Gerade hatte sie mit ihrer Freundin ein kleines Radiostück realisiert. Und selbst geschnitten. Zum ersten Mal, wie sie stolz berichtete: "Es ist eine riesige Chance, dass wir hier sein dürfen, wir können eine Menge lernen", so die 23-Jährige.

Hoher Praxisanteil

Studentin Gözdenur bei der ersten Winterschool von DW Akademie und Bahçeşehir Universität (Foto: DW Akademie/Charlotte Hauswedell).

"Riesige Chance, hier sein zu dürfen" - Gözdenur machten die journalistischen Übungen besonders Spaß

Und in der Tat gab es viele Situationen, in denen die Nachwuchsakademiker aus der Türkei aufhorchten. Als Professor Schmidt erzählte, dass die Türkei auf Rang 154 der weltweiten Pressefreiheitsskala liegt, ging ein Raunen durch die Reihen der Gäste. Da auf herkömmliche Medien kein Verlass sei, seien soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter als ernsthafte Informationsquellen inzwischen nicht mehr wegzudenken, berichteten die Studierenden.


Es wurde viel diskutiert, sich ausgetauscht und auch die ein oder andere landestypische Eigenheit festgestellt. Meistens ging es dabei um fachliche Fragen. Das ein oder andere Mal allerdings auch um ganz Alltägliches wie beispielsweise unterschiedliche Geschmäcker. Und diesbezüglich bleibt mit einem Augenzwinkern festzuhalten: Wasser mit Sprudel - darauf könnte bei der nächsten Winterschool getrost verzichtet werden.

Die Redaktion empfiehlt