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Kultur

Bond-Bösewicht Kiel ist tot

Als "Beißer" wurde er berühmt und durfte gleich zwei Mal gegen "007" antreten. Nun ist der Amerikaner Richard Kiel im Alter von 74 Jahren gestorben.

Sagen musste er nicht viel. Es genügte, dass der 2,18 Meter große Bösewicht sein Metallgebiss bleckte, grinste und Knurrlaute von sich gab, um das Filmpublikum zu begeistern. Richard Kiel spielte den unbesiegbar scheinenden beißwütigen Hünen, der dem smarten britischen Geheimagenten James Bond das Leben schwer machte.

Bei Bond beißwütig, privat friedfertig

Privat war der Mann aus Detroit eher friedfertig, er arbeitete als Mathematiklehrer an einer Abendschule. Sein starkes Wachstum war der Hormonstörung Akromegalie geschuldet. Und das ließ 1960 einen Produzenten auf ihn aufmerksam werden, der ihn für eine TV-Serie engagierte. Es folgten kleinere Rollen, unter anderem auch in Jerry Lewis' "Der verrückte Professor" und bei "Lassie". Fast hätte er sich als "Hulk" auf der Leinwand verewigt: Den damaligen Casting-Konkurrenten Arnold Schwarzenegger hatte er bereits ausgestochen, doch dann fiel beim Dreh des Pilotfilms auf, dass Kiels Muskeln zu wünschen übrig ließen.

Erst als "Beißer" fand der Schauspieler 1977 seine Paraderolle: Im James-Bond-Film "Der Spion, der mich liebte" jagte er "007" alias Roger Moore zum ersten Mal - und kam so gut beim Testpublikum an, dass er am Ende des Films nicht sterben musste, sondern auch für den zwei Jahre später erscheinenden "Moonraker" engagiert wurde. Dort wurde für ihn sogar eine rührende Liebesgeschichte mit einer kleinwüchsigen Blondine ins Drehbuch geschrieben.

Markenzeichen Metallgebiss

Seine Waffe, das Metallgebiss, war für den Schauspieler selbst im wahrsten Sinne des Wortes ein Übel: Es verursachte starken Brechreiz. Roger Moore erinnerte sich später, dass er es kaum habe mit ansehen können, wenn sein Gegenüber würgte und sich das Gebiss aus dem Mund riss.

Richard Kiel wäre am Samstag 75 Jahre alt geworden. Er starb in einem Krankenhaus in Kalifornien.

kd/nf (afp/dpa)