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Politik

Bombenterror gegen Schiiten

Bei fünf Anschlägen in Bagdad und Umgebung sind 28 Menschen getötet und mehr als hundert verletzt worden. Viele Iraker habe Angst, das Land könne vor der Parlamentswahl von einer neuen Welle der Gewalt überrollt werden.

Trümmer am Anschlagiort neben einer Moschee in Bagdad (Foto: AP)

Anschlagsort neben einer Moschee

Insgesamt sechs Bomben explodierten innerhalb weniger Minuten vor fünf schiitischen Moscheen in verschiedenen Vierteln in Bagdad sowie in der 20 Kilometer südlich gelegenen Ortschaft Dschisr Dijala. Ausgerechnet am Freitag (31.07.2009) schlugen die Attentäter zu, dem Tag, an dem fromme Muslime in die Moschee gehen, um dort das Mittagsgebet zu verrichten und die Predigt zu hören. Die Bomben hatten sie so programmiert, dass sie explodierten, als die Gläubigen die Gotteshäuser verließen.

"Mangelnde Sicherheit in Bagdad"

Irakkarte Bevölkerungsgruppen Kurden und Schiiten (Grafik: ap/DW)

Schiiten waren in der Vergangenheit immer wieder das Ziel der sunnitischen Terrorgruppe Al-Kaida. Sie betrachtet die Schiiten als Ketzer. "Ich gebe der irakischen Regierung und den Vertretern der Sicherheitskräfte in Bagdad die Schuld für diese Anschläge", sagte der Politiker Raad Souar, der der radikalen Bewegung des schiitischen Predigers Moktada al-Sadr nahe steht. Der Grund für die hohe Opferzahl liege in der mangelnden Sicherheit in Bagdad, so Souar. Das Innenministerium in Bagdad äußerte sich zunächst nicht.

Viele Iraker befürchten, dass die Gewalt in ihrem Land insbesondere im Vorfeld der für Januar geplanten Parlamentswahlen wieder zunehmen könnte. Dabei könnte der Abzug der US-Kampftruppen und ihrer Verbündeten aus den urbanen Zentren eine Rolle spielen.

"Anschläge nicht gerechtfertigt"

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon (Foto: AP)

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Bombenattacken schärfstens verurteilt. "Anschläge auf Andachtsorte können durch keinerlei politischen oder religiösen Grund gerechtfertigt werden", ließ Ban in New York erklären. Diese Anschläge hätten anscheinend das Ziel, religiösen Streit zu provozieren und die Stabilität im Irak zu untergraben, hieß es.

US-Vertreter gehen davon aus, dass Al-Kaida und andere sunnitische Gruppen eine Aussöhnung der beiden Bevölkerungsgruppen torpedieren wollen. Die Spannungen zwischen Schiiten und Sunniten hatten das Land in den Jahren 2006 und 2007 an den Rand eines Bürgerkrieges gebracht. (fab/mas/dpa/rtr)

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