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Aktuell Nahost

Bombenserie mit vielen Toten

Bei vier Bombenexplosionen sind in der syrischen Hauptstadt Damaskus mehr als 50 Menschen getötet worden. Rebellen und Regierungstruppen kämpfen in mehreren Stadtteilen um die Vorherrschaft.

Die Anschläge ereigneten sich in dem vorwiegend von Christen und Drusen bewohnten Stadtteil Dscharamana. Nach Angaben von Aktivisten und Regierungsgegnern explodierten kurz hintereinander vier Sprengsätze. Zwei davon waren in Autos versteckt. Die in London ansässige oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte spricht von mehr als 50 Toten und mindestens 80 Verletzten. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana nannte die Taten "terroristische Bombenanschläge". Das Innenministerium gibt die Zahl der Getöteten mit 34 an. Ärzte der umliegenden Krankenhäuser sprachen von mehr als 40 Toten.

In Dscharamana leben viele Anhänger von Präsident Baschar al-Assad. Christen und Drusen haben dort Milizen gebildet, um ihr Viertel zu verteidigen, nachdem sie zu Beginn des Bürgerkriegs versucht hatten, sich aus den Auseinandersetzungen herauszuhalten. Die Lage in dem Stadtteil hat sich jedoch in den letzten Monaten zugespitzt, nachdem dort mehrere Bomben explodiert waren.

Militärische Erfolge der Rebellen

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Schwerer Doppelanschlag in Syrien

Medienberichten zufolge schossen Aufständische nahe Aleppo ein Kampfflugzeug ab. Einer der Piloten sei gefangengenommen worden. Am Dienstag meldeten die Rebellen erstmals den Abschuss eines Armeehubschraubers mit einer Boden-Luft-Rakete. Wie die Beobachtungsstelle berichtet, ist der Helikopter getroffen worden, als er Stellungen in der Nähe des Militärstützpunktes Scheich Suleiman in der Nähe von Aleppo bombardierte.

Die Rebellen in Syrien haben in den vergangenen Wochen mehrere wichtige Militärstützpunkte erobert. Dabei erbeuteten sie nach Angaben von Aktivisten auch zahlreiche Rüstungsgegenstände, darunter auch dutzende Boden-Luft-Raketen. Die syrische Luftwaffe greift seitdem verstärkt die Stellungen der Regierungsgegner an.

UN-Menschenrechtskomitee verurteilt Assad-Regime

Die türkische Regierung und die syrische Opposition fordern seit Monaten eine Flugverbotszone in Syrien, um die Luftüberlegenheit der Regierungstruppen zumindest in einigen Regionen des Landes zu beenden. In der vergangenen Woche hat die Türkei offiziell bei der NATO die Stationierung von Patriot-Abwehrraketen beantragt.

Unterdessen verurteilte das Menschenrechtskomitee der Vollversammlung der Vereinten Nationen mit großer Mehrheit die "schweren und systematischen" Verletzung der Menschenrechte durch die syrischen Sicherheitskräfte und die regierungstreuen Schabbiha-Milizen. Für die Resolution stimmen 132 Mitglieder, dagegen zwölf, 35 enthielten sich. Die Nein-Stimmen kamen unter anderem von Russland, China und dem Iran. Die nicht-bindende Resolution soll im Dezember der Vollversammlung vorgelegt werden. Eine Zustimmung gilt als sicher.

gmf/kle (afp, dapd, dpa, rtr)

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