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Asien

Bombenanschlag erschüttert Neu Delhi

Zwei Monate nach einer Anschlagsserie in Mumbai ist in Indien eine weitere Bombe explodiert. Viele Menschen wurden getötet, Dutzende weitere verletzt. Radikale Islamisten bekannten sich zu der Tat.

Polizisten bewachen den Tatort (Foto: AP/dapd)

Das Gericht wurde nach der Tat weiträumig abgeriegelt

Bei dem Anschlag am Mittwoch (07.09.2011) vor dem Obersten Gericht im Zentrum Neu Delhis seien mindestens elf Menschen getötet und etwa sechzig verletzt worden, erklärte Innenminister Palaniappan Chidambaran vor dem Parlament in der indischen Hauptstadt. Der Sprengsatz sei in einer Aktentasche versteckt gewesen und vor dem Haupttor des Gerichtsgebäudes gezündet worden, sagte Innenstaatssekretär Singh.

Indiens Innenminister Chidambaran (Archivfoto: dw/uni)

Indiens Innenminister Chidambaran: Neu Delhi ist Zielscheibe des Terrorismus

Nachrichtenagenturen meldeten, dass die radikalislamische Terrorgruppe Harkat-ul-Dschihad-Islami sich per Email zu der Tat bekannt habe. Nach Angaben der Agentur Reuters unterhält diese Gruppe Verbindungen zu Al-Kaida. Die Gruppe operiert aus Pakistan und Bangladesh und wird für mehrere Anschläge in Indien verantwortlich gemacht.

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen

Die Bombe explodierte kurz vor der ersten geplanten Anhörung des Tages um 10 Uhr. Indischen Medien zufolge warteten etwa 150 Menschen vor dem Haupteingang auf Einlass in das Gerichtsgebäude. Einsatzkräfte sperrten den Ort nach dem Anschlag weiträumig ab. Innenstaatssekretär Singh erklärte, die Polizei habe Teile der Tasche, in der der Sprengsatz versteckt gewesen war, beschlagnahmt. In Neu-Delhi und anderen indischen Großstädten wurden die Sicherheitsmaßnahmen vor wichtigen Gebäuden verschärft.

Das Oberste Gericht befindet sich in der Nähe mehrerer Regierungsgebäude und dem indischen Parlament, das am Vormittag tagte. Das Oberste Gericht ist die zweihöchste Instanz der indischen Justiz, höchste Instanz ist der Supreme Court.

Immer wieder Anschläge

Polizisten bewachen den Tatort (Foto: AP)

Sicherheitsmaßnahmen in vielen Städten Indiens wurden verschärft

In Indien gab es in den vergangenen Jahren zahlreiche schwere Anschläge. Bei dem Anschlag am Mittwochmorgen handelt es sich um den ersten großen Anschlag seit zwei Monaten. Bei einer Anschlagsserie waren Mitte Juli in Mumbai 26 Menschen getötet und mehr als 120 verletzt worden. Im November 2008 besetzte eine Gruppe Extremisten ebenfalls in Mumbai mehrere Luxushotels und tötete mehr als 160 Menschen.

Die Explosion ist bereits die zweite in der Nähe des Gerichts in diesem Jahr. Am 25. Mai kam es zu einer kleineren Detonation auf einem Parkplatz, bei der es sich vermutlich um eine Fehlzündung handelte. Verletzt wurde damals niemand.

Autorin: Naomi Conrad (dapd, dpa, rtr)
Redaktion: Martin Schrader

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