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Ukraine

Bombenanschlag auf Abgeordneten in Kiew

Ziel des Anschlags in der ukrainischen Hauptstadt war offenbar ein Parlamentarier einer nationalistischen Partei. Der kam mit dem Leben davon, sein Leibwächter starb bei der Explosion des Sprengsatzes.

Laut Innenministerium in Kiew explodierte ein Sprengsatz an einem geparkten Motorrad vor dem Gebäude des Fernsehsenders Espreso, als der Abgeordnete Igor Mossijtschuk dies mit seinen Begleitern verlassen wollte. Ein Mensch wurde bei der Detonation getötet, drei weitere, darunter Mossijtschuk selbst, seien verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Nach Angaben der nationalistischen "Radikalen Partei", für die Mossijtschuk im Parlament sitzt, handelt es sich bei dem Getöteten um den Leibwächter des Abgeordneten.

Parteichef Oleg Liaschko bezeichnete die Explosion als "versuchten Mordanschlag auf Mossijtschuk ". Dieser stehe "im direkten Zusammenhang mit seinen beruflichen Aktivitäten und politischen Ansichten", schrieb Liaschko auf seiner Facebookseite. "Das ist eindeutig das Werk des Geheimdienstes unseres Feindes", fügte er hinzu und nahm damit offenkundig Bezug auf Russland.

Der 45-jährige Mossijtschuk hatte vor dem Anschlag einen Fernsehauftritt beim Sender Espreso. Seit 2014 sitzt er für die oppositionelle "Radikale Partei" im Parlament. 2015 war er in einen Bestechungsskandal verwickelt. Vorher war er vor allem durch aufgefallen, dass er sich radikal über politische Gegner geäußert hatte.

Russlandgegner als Anschlagziel

Es ist nicht das erste Mal, dass in der Ukraine eine in der Öffentlichkeit stehende Person Ziel eines Anschlags wurde. Die Behörden vermuten regelmäßig russische Geheimdienste als Drahtzieher. Moskauer Behörden dementierten bislang in jeden Fall eine Verwicklung.

In der Ukraine wurden seit Juli 2016 der bekannte Journalist Pawel Scheremet und drei Geheimdienstmitarbeiter bei Bombenanschlägen getötet. Im März war der in die Ukraine geflüchtete ehemalige russische Abgeordnete und Kreml-Kritiker Denis Woronenkow in Kiew vor einem Hotel in der Innenstadt erschossen worden

Das Verhältnis von Russland und der Ukraine extrem gespannt. Die ukrainische Regierung und die EU werfen Russland vor, die gegen Kiew kämpfenden Rebellen in der Ostukraine militärisch zu unterstützen, auch das bestreitet Moskau.

qu/stu (dpa, afp)

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