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Aktuell Nahost

Bomben gegen schiitische Moscheen in Saudi-Arabien und im Jemen

Die Bomben gingen fast zeitgleich hoch. Beide richteten sich gegen eine schiitische Moschee, die eine in einem saudischen Dorf, die andere in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa. Bei den Explosionen gab es viele Opfer.

Nach Berichten von Augenzeugen sprengte sich ein Selbstmordattentäter vor einer schiitischen Moschee im Osten Saudi-Arabiens in die Luft. Der Sprengsatz ging während der Freitagsgebete in der Imam-Ali-Moschee in der Ortschaft Al-Kadeeh in der Region Katif hoch. Sie gilt als das Zentrum der schiitischen Bevölkerung in dem ansonsten sunnitisch geprägten Land.

Ein Sprecher des Innenministeriums berichtete, der Attentäter habe einen Sprengsatz unter seiner Kleidung gezündet. Nach Angaben eines Krankenhauses wurden 22 Menschen getötet und etwa 100 verletzt. Auf örtlichen Nachrichtenwebsites wurden Fotos von mutmaßlichen Opfern gezeigt. Ein Anwohner berichtete, in der Moschee hätten sich mehr als 150 Menschen aufgehalten, die den Geburtstag des verehrten Geistlichen Imam Hussain ibn Ali aus dem 7. Jahrhundert feierten. Teams aus Notärzten und Sanitätern eilten zu der Moschee. Eine örtliche Klinik rief die Einwohner auf, Blut zu spenden.

Zu der Tat bekannte sich die sunnitische Terrororganisation "Islamischer Staat", wie der US-Onlinedienst "Site" berichtete, der auf die Beobachtung von Extremisten im Internet spezialisiert ist. In einer IS-Erklärung hieß es später, "Soldaten des Kalifats" hätten den Anschlag verübt. Auch das Foto des namentlich genannten angeblichen Täters wurde veröffentlicht. Erst im November waren im Osten Saudi-Arabiens bei einem Feuerüberfall sieben Schiiten erschossen worden. Die Behörden machten die Terrorgruppe IS dafür verantwortlich und nahmen vier verdächtige Personen fest.

In einer Erklärung des Innenministeriums hieß es, Saudi-Arabien werde alle an diesem "terrorisitischen Verbrechen" Beteiligten "zur Strecke bringen". Sie seien darauf aus, "die nationale Einheit zu zerstören".

Sprengsatz in Sanaa gezündet

Auch in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa wurde am Freitag ein Bombenanschlag auf eine schiitische Moschee verübt. Dabei erlitten mindestens zehn Menschen Verletzungen. Auch zu dieser Bluttat bekannte sich der IS. Augenzeugen berichteten, eine Bombe sei explodiert, als die Gläubigen die Moschee im Zentrum Sanaas nach dem Freitagsgebet verlassen hätten.

Bombenanschlag auf eine Moschee in Sanaa im Jemen (Foto: Reuters)

Auch diese Moschee in Sanaa im Jemen wurde zum Ziel eines Bombenlegers

Das Gebäude wird vor allem von schiitischen Huthi-Rebellen zum Gebet genutzt. Die Huthis kämpfen im Jemen gegen Anhänger des nach Riad geflohenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Saudi-Arabien und seine sunnitischen Verbündeten bombardieren die Rebellen aus der Luft. Bereits im März waren bei einem Doppelanschlag auf zwei schiitische Moscheen in Sanaa fast 140 Menschen ums Leben gekommen. Auch damals bekannte sich die Terrormiliz IS zu den Taten.

kle/stu (rtr, kann, dpa, afpe, ape)