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Asien

Bomben erschüttern Bagdad

Bei Anschlägen in Bagdad wurden mindestens 30 Menschen getötet und viele weitere verletzt. Es waren die schwersten Vorfälle seit dem Abzug der US-Kampftruppen. Der Irak ist auch Monate nach der Wahl ohne Regierung.

Ein irakischer Polizist vor einem gelben Absperrband (Foto: AP)

Irakische Sicherheitskräfte werden immer häufiger Ziel von Angriffen

Die traurige Bilanz der Anschläge vom Sonntag (19.09.2010): Mindestens 30 Menschen wurden in der irakischen Hauptstadt getötet und mehr als 90 weitere verletzt. In dem Viertel Aden im Norden sowie im östlichen Stadtteil Mansur detonierten nahezu zeitgleich mit Sprengstoff beladene Autos. Durch die Wucht der Explosion stürzten mehrere Häuser ein.

Zudem wurden drei Mörsergranaten auf die hochgesicherte Grüne Zone im Zentrum der irakischen Hauptstadt abgefeuert, in der zahlreiche Botschaften und Regierungsgebäude liegen. Durch den Beschuss habe es jedoch weder Schäden noch Verletzte gegeben, hieß es aus dem Innenministerium.

Suche nach neuer Regierung hält an

Ayad Allawi und Nuri al-Maliki (Foto: AP)

Politische Kontrahenten: Ayad Allawi und Nuri al-Maliki

Der Doppelanschlag ist der blutigste im Irak seit dem Abzug der US-Kampftruppen. Die Gewalt ist in den vergangenen drei Jahren zwar deutlich zurückgegangen, Aufständische verüben in regelmäßigen Abständen aber immer noch verheerende Anschläge. Dabei nehmen sie zunehmend einheimische Sicherheitskräfte ins Visier. Zudem wollen die Rebellen die Regierungskrise in Bagdad für eine weitere Destabilisierung der Lage ausnutzen.

Das arabische Land hat mehr als sieben Monate nach der Parlamentswahl immer noch keine neue Regierung. Die Parteien, die bei der Wahl die meisten Sitze errungen hatten, schaffen es nicht, sich auf die Bildung einer Koalitionsregierung zu einigen. Am Sonntag trafen sich die Vertreter der Parteien erneut, um nach einem Kompromiss zu suchen. Die Al-Irakija-Liste, die bei der Wahl den ersten Platz belegt hatte, erklärte zuvor, sie habe sich mit den religiösen Schiiten-Parteien und den Kurden geeinigt. Von den anderen Parteien wurde dies allerdings nicht bestätigt.

Mehr als 112.600 getötete Zivilisten

US-Soldaten (Foto: AP)

50.000 US-Soldaten bleiben im Land

Auch nach dem US- Abzug Ende August und dem Ende des Kriegseinsatzes bleiben rund 50.000 US-Soldaten im Land, um irakische Sicherheitskräfte auszubilden und bei Anti-Terror-Einsätzen zu unterstützen. Die verbliebenen Amerikaner sollen bis Ende 2011 abziehen.

Die USA hatten den Irak-Krieg im März 2003 ohne UN-Mandat begonnen. Die offizielle Begründung war die Behauptung Washingtons, dass der Irak im Besitz von Massenvernichtungswaffen sei. Diese Waffen wurden allerdings nie gefunden. Nach Angaben des Pentagons kamen in dem Krieg mindestens 9.500 irakische Sicherheitskräfte und über 112.600 Zivilisten ums Leben.

Autor: Michael Borgers (dpa, afp, reuters)

Redaktion: Marko Langer

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