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Sport

Bolt & Co. - die Höhepunkte der WM

Die Leichtathleten der Welt haben Abschied genommen vom leuchtenden Blau der Laufbahn in Berlin. Die neun Tage der WM haben vieles geboten: Fabelweltrekorde, Emotionen und überraschende Erfolge.

Sprinter Usain Bolt feiert im Innenraum des Berliner Olympiastadions mit der jamaikanischen Flagge (Foto: dpa)

Schnell, schneller, Bolt

9,58 Sekunden. Der Höhepunkt dieser Weltmeisterschaft lässt sich ganz einfach mit diesen drei Zahlen ausdrücken. 9,58 Sekunden brauchte der Jamaikaner Usain Bolt für die 100 Meter. Er pulverisierte damit seinen eigenen Weltrekord und hinterließ das Olympiastadion in einer Art euphorischen Schockstarre, denn ein solches Rennen hatte die Welt noch nie gesehen. Dabei war es erst der Auftakt für die Bolt-Show. Auch über die doppelte Distanz siegte er in Weltrekordzeit und diesmal sah es wirklich so aus, als müsste er sich anstrengen. 19,19 Sekunden stehen jetzt über 200 Meter in den Rekordbüchern. Mit der jamaikanischen 4x100-Meter-Staffel holte Bolt dann noch mal Gold und ist damit der erfolgreichste Athlet dieser Titelkämpfe. Anschließend lobte er die Wettkämpfe in der deutschen Hauptstadt: "Mir hat es in Berlin sehr gut gefallen. Ich habe es genossen und bin sehr stolz auf meine Leistung."

Jamaikas Sprint-Ass Usain Bolt feiert seinen Weltrekord vor einer Anzeigetafel. Sie zeigt 9,58 Sekunden über 100 Meter (Foto: dpa)

Gelb auf schwarz: Bolts Fabelweltrekord

Kämpferin Oeser holt Silber

Siebenkämpferin Jennifer Oeser hält ihre Silbermedaille hoch und lächelt in die Kamera (Foto: AP)

Silber-Lohn: Jennifer Oeser

Aufhalten konnte den phänomenalen Bolt in Berlin nur Jennifer Oeser, und zwar für acht Minuten. Wegen der Ehrenrunde der deutsche Siebenkämpferin musste das 100-Meter-Finale etwas nach hinten verschoben werden. Oeser hatte nämlich Silber gewonnen. "Ich habe das Raunen im Stadion gehört und dann einfach nur noch gedacht: Renn!" So hatte Oeser ihren Sturz und den anschließenden Sturmlauf im abschließenden 800-Meter-Rennen erlebt.

Gänsehautstimmung treibt deutsche Athleten an

Die deutschen Athleten glänzten aber vor allem in den Wurfdisziplinen. Ralf Bartels holte im Kugelstoßen der Männer Bronze, Nadine Kleinert bei den Frauen Silber. Gleiches gelang Betty Heidler im Hammerwerfen. Den ganz großen Glanz brachte aber Steffi Nerius ins Berliner Olympiastadion. Mit ihrem ersten Versuch schockte die 37-Jährige ihre Konkurrentinnen im Speerwurf. Sie wurde Weltmeisterin im letzten Wettkampf ihrer Karriere. "Hier vor eigenem Publikum zu gewinnen ist echt der Hammer", beschrieb sie ihre Gefühlslage. Ein Traum, der auch für Diskuswerfer Robert Harting in Erfüllung gegangen ist. Der Berliner machte es vor seinem Heimpublikum allerdings wahnsinnig spannend. Erst im letzten Versuch gelang ihm der Goldwurf. "Das ist so ein Wurf, der klappt oder er klappt nicht. Ich habe alles reingelegt und es hat funktioniert", sagte Harting anschließend.

Diskus-Weltmeister Robert Harting zieht sein Trikot hoch und zeigt seinen nackten Bauch (Foto: AP)

Muskelmann Robert Harting

Ein Salto nullo und das genaue Gegenteil

Der Äthiopier Kenenisa Bekele läuft nach seinem Sieg über 5000 Meter erleichtert lächelnd über die Ziellinie (Foto: AP)

Dominierte erneut die Langstrecke: Kenenisa Bekele

Jelena Issinbajewa sorgte für den Favoritensturz schlechthin bei dieser WM. Die große Favoritin im Stabhochsprung der Frauen brachte keinen gültigen Versuch zustande und wurde Letzte. Ein Ergebnis, das sich die Russin vor dem Wettkampf nicht einmal vorstellen konnte. "Ich habe dafür überhaupt keine Erklärung", bemerkte sie enttäuscht. Einen ähnlich verrückten Wettkampf gab es auch bei den Männern. Der angeschlagene Australier Steven Hooker absolvierte nur zwei Sprünge - die reichten aber zum Titel.

Der Bolt der Langstrecke heißt Bekele. Der Äthiopier gewann wie schon bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking das Double über 5000 Meter und 10.000 Meter.

USA dominieren stimmungsvolle Wettkämpfe

Sportlich und organisatorisch waren die Titelkämpfe in Berlin ein Erfolg. Mit den am Brandenburger Tor ausgetragenen Geh- und Marathonwettbewerben wurde die WM ins Herz der Stadt getragen. Die Zuschauer entlang der Strecke und im Olympiastadion sorgten an fast allen Wettkampftagen für Gänsehautatmosphäre. Neben den zwei Bestzeiten von Superstar Usain Bolt schaffte die Hammerwerferin Anita Wlodarczyk den dritten Weltrekord in Berlin. Die Polin schleuderte ihr Gerät auf 77,96 Meter. Erfolgreichste Nation waren wieder einmal die USA mit zehn Gold-, sechs Silber- und sechs Bronzemedaillen vor Jamaika (7/4/2). Die deutsche Mannschaft landete auf Rang sechs (2/3/4). Angesichts phänomenaler Leistungen gab es natürlich auch in Berlin viele Vermutungen und Verdächtigungen in Sachen Doping. Bisher sind allerdings erst drei Dopingfälle bekannt geworden.

Autor: Jens Krepela
Redaktion: Stefan Nestler

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