Bolivianer demonstrieren gegen vierte Amtszeit von Morales | Aktuell Amerika | DW | 22.02.2018
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Proteste

Bolivianer demonstrieren gegen vierte Amtszeit von Morales

In Bolivien sind tausende Gegner und Anhänger von Präsident Morales auf die Straße gegangen. Die Proteste richten sich gegen eine erneute Kandidatur des seit zwölf Jahren regierenden Staatschefs.

Lokalen Medienberichten zufolge hatte die Opposition gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Gruppen zu dem landesweiten Streik aufgerufen, um gegen eine erneute Kandidatur des amtierenden Staatschefs Evo Morales bei den Präsidentschaftswahlen 2019 zu protestieren. In mehreren Städten errichteten die Demonstranten Straßenblockaden, die teilweise gewaltsam geräumt wurden. In Santa Cruz setzte die Polizei nach einem Bericht der Zeitung "El Deber" Tränengas ein.

Die Gegner des Präsidenten forderten die Regierung auf, die Volksabstimmung vom 21. Februar 2016 anzuerkennen. Vor zwei Jahren hatte sich die Mehrheit der Bolivianer in einem Referendum gegen eine Verfassungsänderung ausgesprochen, die Morales eine erneute Kandidatur ermöglicht hätte. Morales ist mit seinen zwölf Jahren Amtszeit bereits jetzt der am längsten regierende Staatschef seit der Boliviens Unabhängigkeit 1825.

Evo Morales Ayma Präsident Bolivien (picture-alliance/Keystone/A. della Valle)

Der ehemalige Kokabauer Morales wurde 2006 als erster Vertreter der indigenen Bevölkerung zum Präsidenten Boliviens gewählt

Im vergangenen Jahr focht die sozialistische Regierungspartei MAS (Movimiento al Socialismo) mehrere Verfassungsartikel erfolgreich an und ebnete so den Weg für eine vierte Amtszeit des Präsidenten. Morales' Anhänger demonstrierten ebenfalls in mehreren Städten und riefen ihn zum Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen 2019 aus.

Der 58-Jährige Morales ließ bereits einmal die Verfassung ändern, um länger im Amt bleiben zu können. 2014 wurde er für eine dritte Amtszeit bis 2020 gewählt.

jv/kle (dpa, epd)

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