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Terrorgruppe Boko Haram auf dem Vormarsch

Boko Haram veröffentlicht Video von Entführungsopfern

Wenige Tage nach dem blutigen Angriff auf einen Konvoi eines Ölkonzerns in Nigeria hat die Terrorgruppe Boko Haram ein Video von drei Entführungsopfern veröffentlicht. Die Zahl der Toten ist weiter gestiegen.

Der etwa vier Minuten lange Film zeigt drei Männer, die sich als Mitarbeiter der Universität von Maiduguri bezeichnen (Artikelbild). Sie waren an einer Erkundungsmission in der Region von Magumeri im Nordosten von Nigeria beteiligt. Dort sollten sie kommerziell nutzbare Ölvorkommen in der Tschad-See-Region erforschen.

"Ich bitte den amtierenden Präsidenten unserer Universität, Professor Yemi Osinbajo, uns zu helfen und die Forderungen zu erfüllen", sagte einer der Entführten. Die Entführer hätten zugesagt, sie dann sofort freizulassen und weiterarbeiten zu lassen. Seiner Aussage zufolge stammen die Aufnahmen vom Freitag dieser Woche. Es gibt keine Hinweise, wo genau sie entstanden sind.

Entführte identifiziert

Ein Sprecher der Universität von Maiduguri bestätigte die Identität der drei gekidnappten Mitarbeiter aus dem Video. Sie seien Geologen und gehörten zum Uni-Personal, sagte er der Nachrichtenagentur AFP, allerdings habe man von einem vierten Mitarbeiter noch kein Lebenszeichen erhalten.

Bei dem Überfall auf den Konvoi des Ölkonzerns NNPC waren fünf Universitäts-Angehörige - zwei Dozenten, zwei Techniker und ein Fahrer - getötet worden.

Zahl der Opfer gestiegen

Insgesamt kamen bei dem bislang blutigsten Angriff der Terrorgruppe Boko Haram in diesem Jahr und dem anschließenden Befreiungsversuch nach derzeitigem Stand 69 Menschen ums Leben. Ein Mitarbeiter einer Hilfsorganisation, der namentlich nicht genannt werden wollte, sprach von 19 getöteten Soldaten, 33 Boko-Haram-Kämpfern und 17 Zivilisten. Aus Ermittlerkreisen hieß es, man müsse mit "70 oder mehr" Opfern rechnen.

Beobachter sehen in der jüngsten Attacke eine Bestätigung dafür, dass Boko Haram in den vergangenen sechs Wochen an Kraft gewonnen hat und sich immer weniger von militärischer Präsenz abschrecken lässt. "Sie haben immer häufiger Militärposten und -konvois angegriffen und dass sie NNPC-Mitarbeiter angreifen zeigt, wie wenig sie sich vor militärischer Vergeltung fürchten", sagte der kanadische Sicherheitsexperte Yan St-Pierre. Außerdem habe Boko Haram genügend Ressourcen angehäuft, um auch hochrangige Ziele attackieren zu können, so St-Pierre.

14 Tote durch Selbstmordanschlag

Bei einem weiteren Anschlag im Nordosten von Nigeria sind 14 Menschen getötet worden. Den Behörden zufolge sprengte sich eine Selbstmordattentäterin in der Stadt Dikwa nordöstlich von Maiduguri in die Luft. Augenzeugen sprachen von "Dutzenden Verletzten".

Zu dem Anschlag hat sich noch niemand bekannt, doch trägt er nach Ansicht von Experten die Handschrift von Boko Haram.

mak/kle (rtre, afpe, ape)