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Aktuell Afrika

Boko Haram-Terroristen schwören IS die Treue

In einer Audiobotschaft, die vom Boko Haram-Führer Shekau stammen soll, heißt es, die Gruppe unterwerfe sich dem Befehl des IS. Es ist nicht die erste Extremistengruppe, die sich mit der Terrormiliz verbündet.

"Wir verkünden unsere Treue zum Kalifen der Muslime, Ibrahim bin Awad bin Ibrahim al-Husseini al-Kraschi", heißt es in der achtminütigen Audio-Botschaft, die über den Twitter Account der nigerianischen Terrorgruppe verbreitet und deren Anführer Abubakar Shekau (Artikelbild) zugeschrieben wird. Der Führer des "Islamischen Staates" (IS) ist besser bekannt unter dem Namen Abu Bakr al-Bagdadi.

Die nigerianische Regierung bat nach dem Erscheinen der Botschaft um internationale Hilfe bei der Bekämpfung von Boko Haram: "Hoffentlich wacht die Weltgemeinschaft auf, wenn sie sieht, was für eine Katastrophe hier ihren Lauf nimmt", sagte ein Regierungssprecher.

Bereits mehrere Islamistengruppen in Afghanistan, Pakistan und Nordafrika haben sich dem selbsternannten IS-Kalifen Al-Bagdadi angeschlossen. Al-Bagdadi hatte sich Ende Juni vergangenen Jahres in der irakischen Großstadt Mossul zum "Kalifen" aller Muslime erklärt - ein Anspruch, der von fast allen islamischen Geistlichen zurückgewiesen wird. Die sunnitische IS-Terrormiliz kontrolliert weite Teile Syriens und des benachbarten Irak und hat dort einen eigenen islamischen Staat ausgerufen. Unter Al-Bagdadis Führung hat sich die IS-Miliz zur wohl mächtigsten, reichsten und brutalsten Dschihadistengruppe der Welt entwickelt.

Vorbild IS

Die radikale Sunniten-Gruppe Boko Haram kämpft seit Jahren mit blutiger Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit 2009 töteten die Terroristen bei Anschlägen und Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen in Nigeria etwa 13.000 Menschen. Zunehmend sind auch die grenznahen Regionen der Nachbarländer Tschad, Kamerun und Niger von dem Terror betroffen. Die radikalen Islamisten von Boko Haram haben bereits mehrfach den IS imitiert und zum Beispiel Enthauptungsvideos veröffentlicht.

Nach neuen Angaben der nigerianischen Behörden starben am Samstag bei fünf Selbstmordanschlägen im Nordosten Nigerias, die Boko Haram zugeschrieben werden, insgesamt 55 Menschen. Weitere etwa 150 Menschen seien verletzt worden.

qu/cw (dpa, afpe, rtr)