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Aktuell Afrika

Boko Haram nimmt Maiduguri ins Visier

Die Terrormiliz Boko Haram hat offenbar einen Großangriff auf die Provinzhauptstadt im Nordosten Nigerias gestartet. Jüngstes Ziel war ein belebter Markt, auf dem sich ein Selbstmordattentäter in die Luft sprengte.

Die Angaben über die Zahl der Opfer des Selbstmordanschlags sind widersprüchlich. Nach Angaben von Rettungskräften wurden bei der Bombenexplosion auf einem Markt in Maiduguri mindestens 13 Menschen getötet. Zudem gebe es 24 Verletzte, teilte das Rote Kreuz mit. Die Polizei im Bundesstaat Borno hingegen sprach zunächst von nur fünf Toten. Lokale Fernsehsender gehen von deutlich höheren Opferzahlen aus. Nach Angaben von Bürgerwehren, die gegen die Islamistengruppe Boko Haram kämpfen, sprengte sich der Täter in der Mittagszeit auf dem belebtesten Teil des Marktes in die Luft. Es müsse mit einer "hohen Opferzahl" gerechnet werden.

In der Nacht zum Dienstag hatten Boko Haram-Kämpfer die Millionenstadt bereits unter Beschuss genommen. "Wir sind unter Belagerung", sagte eine Anwohnerin aus dem westlichen Teil der Stadt. Den neuen Angriffen war eine Anschlagsserie der Islamisten vorausgegangen, die am Samstag, rund 24 Stunden nach der Amtseinführung des neuen Staatspräsidenten Muhammadu Buhari, begonnen hatte. Bei einem Selbstmordanschlag in einer Moschee starben am Samstag 26 Menschen. Am Sonntag wurde, wie auch jetzt wieder, ein Markt angegriffen. Eine nächtliche Offensive der Extremisten zur Eroberung Maiduguris war am Wochenende von den Sicherheitskräften abgewehrt worden.

Buhari nennt Boko Haram "gottlos"

Der 72-jährige Buhari hatte bei seiner Amtseinführung der Terrormiliz den Kampf angesagt. In seiner Antrittsrede nannte er die Gruppe "gottlos" und "weit weg vom Islam". Die Terroristen seien erst besiegt, wenn alle Entführungsopfer befreit seien, so der Muslim Buhari. Nach Schätzungen hält Boko Haram weiterhin etwa 1000 Frauen und Kinder gefangen.

Zudem hatte Buhari bei seiner Vereidigung angekündigt, die Kommandozentrale des Militärs für den Kampf gegen Boko Haram nach Maiduguri verlegen zu wollen, um von dort aus den Einsatz gegen die Miliz zu koordinieren.

Staatspräsident Muhammadu Buhari (Foto: dpa)

Staatspräsident Muhammadu Buhari

Maiduguri ist eine der größten Städte im Nordosten Nigerias und Gründungsort von Boko Haram. In den vergangenen Monaten waren Anschläge im Zentrum der Stadt weitgehend ausgeblieben. Stattdessen hatte die Miliz in entlegenen und schlecht gesicherten Regionen zugeschlagen.

Nigeria sucht internationale Unterstützung

Das nigerianische Militär wird im Kampf gegen Boko Haram mittlerweile von Truppen aus den Nachbarländern Kamerun, Niger und Tschad unterstützt. Um das weitere Vorgehen gegen die Terroristen abzusprechen, besucht Buhari von Mittwoch an die Nachbarländer Tschad und Niger.

Nach Angaben aus Abuja wird Buhari am Wochenende am Gipfeltreffen der sieben führenden Industriestaaten (G-7) auf Schloss Elmau in Bayern teilnehmen. Ein Sprecher Buharis teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, der Präsident habe die Einladung zu seinem ersten großen internationalen Termin im Amt angenommen.

Boko Haram kämpft seit Jahren mit Gewalt für die Errichtung eines islamischen Staates im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit dem Jahr 2009 tötete die Miliz nach UN-Angaben mehr als 15.000 Menschen.

qu/se (afp, rtre, APE, dpa, kna)