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Aktuell Afrika

Boko Haram: Der Terror ist zurück

Bei neuen Bombenanschlägen im Nordosten Nigerias sind mehr als 40 Menschen getötet worden. Die Angriffe tragen die Handschrift der Terrormiliz Boko Haram - die der Staatschef schon beinahe für besiegt hielt.

Männer versammeln sich vor einem Gebäude in Maiduguri, das durch eine Bombenexplosion stark beschädigt wurde. (Foto: picture alliance/AP Photo/J. Ola)

Maiduguri: eines der Anschlagsziele von Boko-Haram

Bei der Explosion mehrerer Bomben sind in der nordnigerianischen Stadt Maiduguri mindestens 20 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Ein Sprengsatz entzündete sich offenbar in einer Moschee in der Hauptstadt des Bundesstaates Borno. Die Gebetsstätte befindet sich in einem Stadtviertel, wo sich Armee und mutmaßliche Extremisten der Boko Haram am Vortag Schusswechsel geliefert hatten.

Nach Militärangaben hatten die muslimischen Extremisten am Sonntag versucht, in die Stadt einzudringen, um dort Selbstmordattentate zu verüben. Laut Berichten lokaler Medien wurden Kämpfer der islamistischen Terrormiliz Boko Haram beim Marsch auf Maiduguri von Regierungstruppen gestoppt. Dabei sollen sich zwei Selbstmord-Attentäter in die Luft gesprengt und mindestens 15 Menschen mit in den Tod gerissen haben. Ein Armeesprecher erklärte dagegen, zehn Angreifer seien gestoppt worden, bevor sie sich in die Luft sprengen konnten. Die Explosionen seien von Experten gezielt zur Entschärfung des Sprengstoffs vorgenommen worden.

Verletzte warten im Krankenhaus von Maiduguri auf ihre Versorgung. Eine Frau hat ihren Säugling auf dem Arm, ein weiterer Mann trägt ein blutverschmiertes Hemd. (Foto: picture alliance/AP Photo/J. Ola)

Verletzte warten im Krankenhaus von Maiduguri auf ihre Versorgung

Handschrift von Boko Haram

Im etwa 150 Kilometer entfernten Madagali wurde ein weiterer Anschlag verübt. Zwei Selbstmordattentäterinnen sprengten sich an einer Bushaltestelle in die Luft. Dabei töteten sie nach Angaben von Augenzeugen mindestens 26 Menschen. Ein Sprecher der Notfallbehörde im Bundesstaat Adamawa sagte, er könne noch keine offiziellen Angaben zur Zahl der Opfer machen. "Die Mädchen - beide Teenager - haben ihre Bomben in kurzen Abstand voneinander gezündet", sagte einer der Zeugen des Anschlags. Junge Mädchen werden häufig zu Selbstmordattentaten gezwungen.

Auch die jüngsten Anschläge tragen die Handschrift von Boko Haram. Die Extremisten wollen in dem bevölkerungsreichsten Staat Afrikas einen Gottesstaat errichten. Seit 2009 hat die Terrororganisation etwa 17.000 Menschen - auch in Nachbarländern Nigerias - getötet, rund 2,2 Millionen sind auf der Flucht vor der Gewalt.

Nigerias Präsident Muhammadu Buhari hat den Sicherheitskräften eine Frist bis Jahresende gesetzt, um Boko Haram zu besiegen. Erst an Heiligabend erklärte er in einem Interview mit dem britischen Sender BBC, Nigeria habe "den Krieg praktisch gewonnen". Es gebe keine schweren Angriffe mehr, sondern nur noch leichte Kämpfe, die sich auf eine Region im Bundesstaat Borno beschränkten.

pab/jj (afp, ape, epd, rtr)