1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Afrika

Boko Haram bricht Waffenruhe und tötet weiter

Die vorsichtige Hoffnung auf ein Ende der Gewalt in Nigeria scheint geplatzt. Am Wochenende wurden bei mehreren Anschlägen 18 Menschen getötet. Dahinter soll die islamistische Terrorgruppe Boko Haram stehen.

Erst am Freitag hatte Nigerias Regierung vermeldet, die Terroristen von Boko Haram hätten sich zu einer Waffenruhe bereiterklärt. Doch schon kurz danach wurden nach Medien- und Augenzeugenberichten mehrere Dörfer im Bundesstaat Borno überfallen. Dabei seien mindestens 18 Zivilisten umgebracht worden, berichteten die Zeitungen "Vanguard" und " Sunday Punch" am Sonntag.

Die jüngsten Angriffe zeigten, dass von einer Waffenruhe keine Rede sein könne, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur von Sicherheitskräften in Maiduguri, der Hauptstadt von Borno. Bislang hat sich Boko Haram jedoch nicht zu den Angriffen bekannt. Beobachter schließen nicht aus, dass Splittergruppen der Miliz oder Banditen die Überfälle verübten.

Sorge um die entführten Schülerinnen

Mit den Anschlägen schwinden die Hoffnungen, dass die vor sechs Monaten von Boko Haram in Borno entführten mehr als 200 Schülerinnen bald freikommen. Ein Regierungsvertreter hatte am Wochenende mitgeteilt, dass sich die Armee und die Terrormiliz ebenfalls auf deren Freilassung geeinigt hätten. Die Mädchen sollten demnach möglicherweise bereits am Dienstag freikommen. Die Schülerinnen waren im April verschleppt worden. Eine internationale Kampagne unter dem Motto "Bring Back Our Girls" setzt sich für ihre Freilassung ein.

Demonstranten in Nigeria tragen ein Plakat mit der Aufschrift: #BringBackOurGirls (Foto: rtr)

"Bringt unsere Mädchen zurück" - Aktivisten fordern mehr Engagement der Regierung für die verschleppten Schülerinnen

Der Name Boko Haram heißt übersetzt "Westliche Bildung ist Sünde". Die Extremistengruppe versteht sich als Teil des Terrornetzwerks Al-Kaida in Nigeria. Sie kontrolliert weite Teile im Nordosten des ölreichen Landes und will dort einen eigenen islamistischen Staat nach den Grundsätzen der Scharia gründen. Seit 2009 hatte die Terrormiliz immer wieder Dörfer überfallen und Anschläge verübt. Nach Angaben von Human Rights Watch töteten Boko-Haram-Kämpfer allein in diesem Jahr bereits etwa 2.000 Menschen.

cw/kle (epd, rtr, afp)