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Aktuell Amerika

Bohrinsel vor Alaska gestrandet

Bei einem heftigen Sturm hat sich vor Alaska eine Ölförderplattform selbstständig gemacht und ist auf Grund gelaufen. Noch gibt es keine Berichte über auslaufendes Öl. Doch Umweltschützer bleiben skeptisch.

Shell-Bohrinsel läuft vor Alaska auf Grund (Foto: AP)

Shell-Bohrinsel läuft vor Alaska auf Grund

Die Bohrinsel heißt "Kulluk", wurde 1983 gebaut und gehört dem britisch-niederländischen Ölkonzern Royal Dutch Shell. In stürmischer See riss sie sich von einem Schlepper los und strandete auf der unbewohnten Insel Sitkalidak an der Südküste Alaskas. Ersten Untersuchungen zufolge ist die Anlage unversehrt. "Es gibt keine Hinweise auf den Auftritt von Flüssigkeit", sagte Kapitän Paul Mehler von der Küstenwache. Techniker hätten die Lage aus der Luft begutachtet. Wegen der schweren See mit bis zu zehn Meter hohen Wellen sei es bisher aber unmöglich gewesen, ein Inspektionsteam an Bord zu bringen, sagte Mehler.

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Rettungsteam auf Bohrinsel gelandet

An Bord der Plattform befinden sich rund 570.000 Liter Diesel, Öl und Treibstoff. In der Vorwoche hatte sich die "Kulluk" südlich der Kodiak-Insel von einem Schlepper losgerissen, der sie zu Wartungsarbeiten nach Seattle bringen sollte. Nachdem mehrere Bergungsversuche wegen der widrigen Witterung gescheitert waren, wurde die Bohrinsel am Montag in eine Region geleitet, in der sie möglichst geringe Umweltschäden anrichten könnte. Sie lief dann im Südosten der Sitkalidak-Insel auf Grund. Bereits am Samstag hatte die Küstenwache die 18 Besatzungsmitglieder wegen des Sturms in Sicherheit gebracht.

Umweltaktivisten fordern Förderstopp für Alaska

Umweltschützer protestierten nach Berichten lokaler Medien in Anchorage, der größten Stadt Alaskas. Sie warnten vor einer Umwelt-Katastrophe und forderten, die Öl-Förderung vor Alaska zu stoppen. In dem betroffenen Archipel leben unter anderem Bären, viele Vogel-Arten und eine vom Aussterben bedrohte Seelöwen-Art.

Im April 2010 gab es eine starke Explosion auf der Ölbohrinsel Deepwater Horizon im Golf von Mexiko (Foto: AP)

Im April 2010 gab es eine starke Explosion auf der Ölbohrinsel "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko

Der Unfall ist ein herber Rückschlag für Shell und sein umstrittenes Ölförderprogramm vor der Küste Alaskas. Der Konzern hatte mit seinen Plänen im vergangenen Jahr Umweltschützer und Bewohner der Region gegen sich aufgebracht. Sie befürchten, dass der Konzern die Risiken einer Ölförderung im Golf von Alaska unterschätzt. Seit der Explosion der "Deepwater Horizon" des Shell-Rivalen BP und der folgenden Ölkatastrophe im Golf von Mexiko stoßen die Ölmultis in den USA verstärkt auf Widerstand.

Die neue Unglücksstelle liegt nur wenige hundert Kilometer westlich vom Prinz-William-Sund, wo am 24. März 1989 das Schiff "Exxon Valdez" lief und rund 40.000 Tonnen Rohöl verlor. Das umliegende Meer und die Küste wurden verseucht. Hunderttausende Tiere verendeten. Das Unglück gilt als eine der schlimmsten Ölkatastrophen weltweit.

kle/haz (dpa, rtr, dapd)

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