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Wirtschaft

Boeing setzt auf "grünes" Wachstum

"Ein Flugzeug kann so effizient sein wie ein Hybrid-Auto", sagt Boeing-Umweltstratege Bill Glover im DW-Interview am Rande des APEC-Treffens in Honolulu. Das Unternehmen sieht sich für die Zukunft gut aufgestellt.

Eine Boeing 747-400 im Landeanflug auf den Frankfurter Flughafen (Archivfoto: dpa)

Eine Boeing 747-400 im Landeanflug auf den Frankfurter Flughafen

DW-WORLD.DE: "Grünes Wachstum" ist einer der Schwerpunkte hier auf dem APEC-Treffen in Honolulu. Ist das etwas, was sich eine Firma heutzutage aus Imagegründen leisten muss oder kann man damit tatsächlich Profit machen?

Bill Glover: Wir bei Boeing haben die Erfahrung gemacht, dass es Teil eines gut geführten Unternehmens ist. Wenn Sie in Ihrer Fabrik Energie sparen – ist das dann "grün" oder nur effektives Wirtschaften? Es ist beides.

Das ist die grundsätzliche Geschäftseinstellung, aber wie sieht es bei den eigentlichen Produkten aus?

Bill Glover, Vizepräsident für Umweltstrategie des Luft- und Raumfahrtunternehmens Boeing (Foto: Christina Bergmann / DW, November 2011)

Bill Glover ist Vizepräsident für Umweltstrategie des Luft- und Raumfahrtunternehmens Boeing

Da ist die Zeit reif dafür, und es gibt auch eine Menge Bewegung. Es geht darum, bessere Materialien zu finden, nachwachsende Treibstoffe – das ist gerade einer unserer Schwerpunkte – und Produkte effizienter zu machen. Was gestern gut war, kann heute schon nicht mehr ausreichen.

Aber Ihr neuestes Flugzeug, der Dreamliner, wird erst in ein paar Jahren profitabel sein.

Ja, aber das ist normal. Flugzeuge sind kompliziert, manche mehr, manche weniger, und manche brauchen etwas länger, um profitabel zu sein. Aber die gute Nachricht ist, dass wir auf dem Weg sind, unser gesetztes Ziel zu erreichen. Wir haben 800 Aufträge für unsere 787, und je mehr die Leute mit dem Flugzeug Erfahrungen machen, desto besser wird das werden.

Um auf das "grüne Wachstum" zurückzukommen und die internationale Konkurrenz: Viele Regierungen subventionieren diesen Markt, zum Beispiel in China. Wie wollen sie da international gleiche Bedingungen schaffen, gerade bei der Bildung einer Freihandelszone, um die es hier bei dem APEC-Treffen geht?

Der Ansatz ist, Regeln einzurichten, mit denen jeder leben kann. Vorbild ist die Welthandelsorganisation WTO. Erst Anfang des Jahres ist ein OECD-Abkommen in Kraft getreten, das Exportkredite für Zivilflugzeuge beschränkt. Es wird immer noch mehr zu tun geben, aber wenn man sich erst einmal grundsätzlich geeinigt hat, dann stimmen die meisten Leute zu, dass man sich auf ein Regelwerk einigen muss. Keine Regierung kann es sich leisten, unbegrenzt Geld in einen Wirtschaftszweig zu pumpen, schon gar nicht angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen Situation.

Erwarten Sie, dass die transpazifische Partnerschaft, die hier auf dem APEC-Treffen vorangebracht werden soll, dieses Regelwerk vorgibt?

Es wird ein allgemeines Regelwerk erstellt werden, dass dann sicherlich sehr hilfreich ist.

Kann Luftfahrt überhaupt nachhaltig sein?

Man benötigt viel Energie, um ein Flugzeug in die Luft zu bekommen. Aber wenn man die zurückgelegte Strecke auf die Passagiere umrechnet, ist es sehr effizient. Tatsächlich ist ein nahezu vollbesetztes Flugzeug heutzutage so effizient wie ein Hybrid-Auto. Wir wissen natürlich, dass das nicht ausreicht und bemühen uns ständig um Verbesserungen. Unser neuester Ansatz ist der Umstieg auf erneuerbaren Treibstoff, um die CO2-Bilanz zu verbessern, und zwar um 50 bis 80 Prozent.

Wann werden diese Treibstoffe eingesetzt?

Wir benutzen sie bereits jetzt, aber nur in sehr begrenztem Umfang, weil es noch keine ausreichende Versorgungskette gibt. Aber wir arbeiten immer an noch weiteren Verbesserungen. In den nächsten Jahren erwarten wir, einen Anteil von einem Prozent zu erreichen, und danach wird es hoffentlich zügig zunehmen. Die Aussichten sind gut, dass wir in naher Zukunft ein nachhaltiges, erneuerbares Flugzeugbenzin haben.

Welche Flugzeuge hält Glover wirtschaftlich für sinnvoll: die kleinen leichten Maschinen oder die großen Megaliner? Lesen Sie seine Antwort im zweiten Teil des Interviews ...

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