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Wintersport

Bobverband entzieht Sotschi die WM

Nach den Enthüllungen umfangreicher Dopingpraktiken in Russland, setzt der Bob- und Skeletonverband eine der angekündigten Sanktionen um: Die geplante WM wird nicht im Olympiaort Sotschi stattfinden.

Russland hat nach den jüngsten Dopingenthüllungen das erste Sport-Großereignis verloren. Der Bob- und Skeleton-Weltverband IBSF entzog Sotschi vier Tage nach der Veröffentlichung des zweiten McLaren-Reports die anstehenden Weltmeisterschaften. Das gab die IBSF am Dienstagabend nach einer Sitzung ihrer Exekutive auf ihrer Website bekannt. Ein Ersatzort für die Titelkämpfe, die eigentlich vom 13. bis 26. Februar im Olympiaort von 2014 stattfinden sollten, werde in den kommenden Tagen bekannt gegeben werden. Im Gespräch ist auch Deutschland mit der Bahn am Königssee. Sotschi war 2013 zum Ausrichter gewählt worden.

IBSF: "Im aktuellen Klima unmöglich"

"Das IBSF-Exekutivkomitee war der Auffassung, dass es in dieser schwierigen Zeit nicht ratsam ist, eine solche Veranstaltung in Russland zu organisieren", hieß es in einer Mitteilung. Als Strafmaßnahme will der Weltverband, in dessen Exekutive auch der Russe Georgi Bedschamow sitzt, den Entzug aber offenbar nicht verstanden wissen. Man wolle es Athleten und Trainern aller Länder ermöglichen, in einem Umfeld zu konkurrieren, das sich "auf den Sport konzentriert und nicht auf Anklagen und Diskussionen - ob berechtigt oder nicht", teilte die IBSF weiter mit. Der russische Bob- und Skeleton-Verband habe viel Arbeit in die Organisation der Weltmeisterschaft investiert, aber "das aktuelle Klima würde es nahezu unmöglich machen, die Leistungen des Organisations-Komitees oder die Bahn als eine der Besten der Welt wertzuschätzen".

Der zweite McLaren-Report hatte ein staatlich gestütztes Dopingsystem in Russland bestätigt. Insgesamt sollen über 1000 Sportler von Doping-Vertuschung profitiert haben, unter anderem bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi. Der Skeleton-Verband Lettlands hatte am Montag bereits angekündigt, eine WM in Sotschi zu boykottieren. Mehrere andere Ländern diskutierten denselben Schritt und erhöhten so den Druck auf die IBSF.

Kremlsprecher: "Traurige Nachrichten"

Die Reaktion aus Russland ließ nicht lange auf sich warten - und sie viel wie erwartet aus: Die russische Seite verurteilte den WM-Entzug als politisierte Entscheidung. "Das sind sehr traurige Nachrichten", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau. Russland werde weiter mit allen Mitteln seine Interessen schützen, sagte er dem TV-Sender RT. Zuvor hatte Moskau die im McLaren-Report erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Man sehe darin eine Kampagne des Westens.

asz (sid, dpa)

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