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Filme

"Bob, der Streuner" - oder wie ein Kater einem Menschen das Leben rettet

James Bowens Bücher über die innige Freundschaft mit einem streunenden Kater haben nicht nur in Deutschland lange die Bestsellerlisten angeführt. Jetzt kommt die Geschichte des Katers Bob auf die große Leinwand.

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Katzenjammer auf dem roten Teppich

Roger Spottiswoode ist eher für spannungsgeladene Thriller wie den Schwarzenegger-Streifen "The 6th Day" oder den James-Bond-Film "Der Morgen stirbt nie" bekannt. Mit seinem neuen Film "Bob, der Streuner" nähert sich der britische Regisseur nun einem eher sensiblen Thema an. Die Erzählung basiert auf der wahren Geschichte des Briten James Bowen. Bowens sieben Bücher über seine ungewöhnliche Rettung aus der Obdachlosigkeit und seinen Sieg über die Drogensucht sind in den letzten Jahren zu weltweiten Bestsellern geworden.

Allein in Deutschland war das 2013 in deutscher Sprache erschienene erste Buch der Reihe, "Bob, der Streuner", monatelang ganz vorne in den Bestsellerlisten. Auch in Großbritannien wurde das Buch millionenfach verkauft. Weltweit ist die Geschichte von Bob und James in mehr als 30 Sprachen übersetzt - mit dem internationalen Filmstart wird der sympatische Kater wohl noch ein viel größeres Publikum erreichen.

Luke Treadaway als James Bowen beim Bob der Streuner (picture alliance/dpa/Concorde Filmverleih/A. Lambis)

Darsteller Luke Treadaway (links) mit Kater Bob und James Bowen

"Bob, der Streuner" ist ein Kater, der den drogenabhängigen Straßenmusiker James auf den rechten Weg zurückführt. Bowen erzählt in seinem ersten Buch, wie er den Kater auf der Türschwelle zu seinem Obdachlosenheim in Tottenham im Osten Londons kennenlernt: Das Tier hat eine Verletzung am Bein und braucht dringend Hilfe. Bowen nimmt sich des Katers an und pflegt es mit der Hilfe eines Tierarztes wieder gesund. Er muss sogar sein gesamtes Erspartes opfern, um Bob wieder auf die Beine zu kriegen. Seitdem sind die beiden unzertrennlich.

Wieder clean dank "Katzenkur"

Premiere vom Film Bob der Streuner in London (picture-alliance/Photoshot)

Herzogin Kate bei der Premierenfeier in London

Wie James Bowen selbst berichtet, gab die Freundschaft zu Kater Bob ihm schließlich die Kraft, seine Drogensucht endgültig zu besiegen. Nach zehn Jahren Obdachlosigkeit fand Bowen wieder Anschluss an die Gesellschaft - durch seine Beziehung zum feinfühligen Kater, aber auch durch wachsendes Medieninteresse am ungewöhnlichen Duo.

Bob scheint allerdings noch weitere Talente zu besitzen, die erst während der Dreharbeiten zur Tragikomödie ans Licht kamen: In den meisten Szenen spielt der Kater sich selbst. Besser hätte man die Rolle wohl auch nicht besetzen können.

"Er gab mir einen Grund, morgens aufzustehen und mein Leben zu leben anstatt einfach nichts zu tun. Jetzt bin ich hier und kann für die sprechen, die keine Stimme haben", sagte Bowen bei der Premierenfeier am Freitag in London.

Einblicke in ein tiefgründiges, soziales Thema

Luke Treadaway als James Bowen beim Bob der Streuner (picture alliance/dpa/Concorde Filmverleih/A. Lambis)

Bob gibt sich aufmerksam bei einer Signierstunde zur Buchvorlage in Berlin

Der Film über den Kater ist natürlich Unterhaltungskino, bietet aber ebenso einen ernüchternden Einblick in die wachsende Obdachlosigkeit in Großbritannien. Allein in England schlafen etwa 3500 Menschen jede Nacht auf der Straße - davon rund ein Viertel in London.

Im Schnitt wenden sich laut der gemeinnützigen Organisation "Homeless Link" in England rund 5000 akut von Obdachlosigkeit bedrohten Menschen pro Quartal an die Behörden. Bowens und Bobs Geschichte soll also nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anregen.

Herzogin Kate war bei der Filmpremiere in London mit dabei und schien sich gut mit dem Kater zu verstehen. Die Ehefrau von Prinz William, Herzog von Cambridge, ist seit 2012 Schirmherrin von "Action on Addiction" ("Kampf gegen Abhängigkeit") und im Kampf gegen die Obdachlosigkeit sehr engagiert.

"Bob, der Streuner" feierte am 3. November 2016 in London Premiere und kommt im Januar auch in Deutschland in die Kinos.

 

 

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