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Fußball

Boateng: "Wir müssen jetzt aufwachen"

Jérôme Boateng ist spätestens seit der WM in Brasilien zu einer Führungsfigur der Nationalmannschaft geworden. Im DW-Interview spricht er über den Ausfall von wichtigen Spielern und die Fehler im Spiel gegen die Iren.

DW: Gegen Irland waren viele Führungsspieler nicht dabei. Wie schwer wiegt der Ausfall eines Bastian Schweinsteiger oder eines Sami Khedira?

Jérôme Boateng: Das sind natürlich wichtige Führungsspieler, aber wir können nicht ändern, dass sie nicht da sind. Es stehen aber auch noch andere Spieler wie Mats Hummels, Toni Kroos, Manuel Neuer und ich auf dem Platz, die Verantwortung übernehmen. Gegen Irland haben wir in den letzten Minuten die Bälle einfach zu leicht hergegeben und den Gegner aufgebaut. Das hat dann nichts mit Führungsspielern zu tun, sondern damit, dass wir zu nachlässig waren.

In so einem Moment, in so einer hektischen Schlussphase, in der es nicht so gut läuft - haben die Führungsspieler die Möglichkeit, etwas zu ändern?

Wir haben versucht, Ruhe rein zu bringen. Indem man den Ball hält oder den Ball richtig klärt. Aber das haben wir nicht geschafft, wir waren nicht konsequent genug und haben die Bälle zu einfach verloren. Und das dreimal hintereinander. Dann brauchen wir uns nicht zu wundern, dass wir den Gegner aufbauen. Dann kann auch ein Führungsspieler so viel sagen, wie er will.

Man merkt, Sie sind nach so einem Spiel verärgert, aber sind sie trotzdem noch guter Dinge für die kommenden Aufgaben in der EM-Qualifikation?

Auf jeden Fall! Denn ich weiß, was wir für ein Potenzial haben. Wichtig ist, dass wir es jetzt auch abrufen! Wir müssen aufwachen und erkennen, in welcher Lage wir sind.

Jérôme Boateng hat 49 Länderspiele bestritten und durfte am 15. August 2012 beim Freundschaftsspiel gegen Argentinien für 21 Spielminuten die Kapitänsbinde tragen. Während der Weltmeisterschaft 2014 stand er bei allen Partien in der Startelf. In seinem 46. Länderspiel gewann Boateng mit der deutschen Nationalmannschaft das Endspiel der Weltmeisterschaft 2014 mit 1:0 gegen Argentinien. Seine außergewöhnliche Leistung mit 83 Prozent gewonnenen Zweikämpfen und einer Rettungstat auf der Linie in der 40. Minute trug entscheidend zum Finalsieg bei.

Das Interview führte André Leslie.

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